Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht

Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht auf einer Konferenz 2018: Aus seiner Sicht bietet der Autobauer zu viele unterschiedliche Modelle an. Bild: Daimler

„Die Zahl der Modellvarianten ist in den vergangenen Jahren auf 40 angestiegen. Das bringt übermäßig viel Komplexität in die Produktion und die Entwicklung“, sagte Brecht in einem Interview mit dem Handelsblatt

Der Betriebsratschef sieht die Branche und das Unternehmen einem rauen Wind ausgesetzt. "Der Druck ist enorm. Wenn bei steigenden Stückzahlen die Ergebnisse schlechter werden, müssen wir die Effizienz erhöhen, keine Frage", so Brecht. Angesichts des Umbruchs in der Branche und im Hinblick auf die gewaltigen Entwicklungsleistungen bei selbstfahrenden Autos fordert Brecht den Zusammenschluss mit anderen Herstellern aus Europa. "Daimler wird sich insgesamt öffnen müssen. (...) Uns fehlt schlicht die Kraft. Wenn wir aber mit anderen Herstellern aus Europa zusammenarbeiten, dann können wir schneller sein, und wir bekommen die Möglichkeit, gemeinsam Standards zu setzen."

Zu einer eventuellen Abspaltung der Lkw-Sparte, auf die einige Investoren drängen, äußerte sich Brecht im Interview ablehnend. "Mir hat noch keiner erklären können, was eine Teilung bringen soll", sagte Brecht. Daimler sei mit seiner Struktur bisher sehr gut gefahren. "Was es mit uns nicht geben wird, ist ein Teilbörsengang oder Spin-off, nur um den Kurs in die Höhe zu treiben und den Aktionären vielleicht anschließend noch eine Sonderausschüttung zukommen zu lassen. Das hat überhaupt nichts mit unserem eigentlichen Geschäft zu tun."

Auch bei künftigen elektrisch angetriebenen Autos werde der Antriebsstrang der Kern des Automobils sein, deshalb müsse Daimler diesen bei Elektroautos selbst herstellen, forderte Brecht. Daimler habe bei einzelnen Modellen wie dem GLC den Elektromotor von ZF entwickeln lassen, das werde aber "zum Schluss" nicht mehr so sein, der Betriebsrat sei hier im Dialog mit dem Vorstand. "Wir brauchen eine Beschäftigungsperspektive für die 170.000 Mitarbeiter von Daimler in Deutschland."

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    Da steht er in voller Pracht: Mercedes EQC, das erste rein elektrische Modell der Submarke EQ Bild: press-inform/Daimler

  • Mercedes_EQC_Heck

    Gemessen an der Größe des EQC wirkt die Beleuchtung filigran, das Lichtband am Heck erinnert an Porsche. Bild: press-inform/Daimler

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    Das spannedste am EQC ist freilich, was unter dem Blech steckt. Hier eine Darstellung des Elektroantriebs. Bild: Daimler

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    Der elektrische Mercedes ist mit einem 7,4-kW-Bordladesystem ausgestattet, mit dem er zu Hause oder an öffentlichen Ladesäulen nachtanken kann. Bild: press-inform/Daimler

  • Mercedes_EQC_Ladezeit

    An der entsrchenden Ladestation ist der EQC nach 40 Minuten wieder bei 80 Prozent seiner Leistungsfähigkeit. Bild: press-inform / Daimler

  • Mercedes_EQC_Design

    Optisch setzt Mercedes beim EQC einen ganz eigenen Akzent. Bild: press-inform/Daimler

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    Die maximale Reichweite des EQC soll bei 450 Kilometern liegen, während das maximale Drehmoment 765 Nm beträgt.

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    Um die angegebene Reichweite annähernd zu erreichen, ist beim EQC bei 180 km/h Schluss. Bild: press-inform / Daimler

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    Die ersten Autos mit dem (noch) ungewohnten Kürzel am Heck dürfte man im Frühjahr 2019 auf der Straße sehen. Bild: press-inform/Daimler

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    Den Preis hat Mercedes noch nicht bekannt gegeben, er dürfte aber unterhalb 80.000 Euro liegen. Bild: press-inform/Daimler

  • Mercedes_EQC_Design

    Wo der EQC bei Antrieb und Außendesign so viel Neues bietet, mag es die Mercedes-Klientel geradezu als beruhigend empfinden, dass der Innenraum durchaus vertraut erscheint. Bild: press-inform/Daimler