Deter Zetsche breit

Daimler-CEO Dieter Zetsche sieht kein Mercedes-Modell unterhalb der A-Klasse am Horizont. Bild: dpa

Seit Daimler die Kooperation mit Renault-Nissan geschlossen hat, gibt es immer wieder Gerüchte, der Stuttgarter Autobauer sei diesen Schritt nicht zuletzt deshalb gegangen, um seine Modellpalette unterhalb der A-Klasse abzurunden. Audi ist mit dem A1 im sogenannten B-Segment etabliert, ebenso BMW mit der Marke Mini. Zudem hat BMW mit der neuen IKL-Plattform eine Reihe Möglichkeiten, weitere Modelle nachzuschieben. Das B-Segment gehört weltweit zu den Wachtumssegmenten. Zudem gilt es mit Blick auf die weltweit strenger werdenden Verbrauchsnormen insbesondere für Premiumhersteller als wichtig, verbrauchsgünstige Kleinwagen im Programm zu haben. Dem stehen allerdings schmale Margen und für die Premiumhersteller ein gewisse Image-Risiko entgegen. Gegenüber der Automotive News sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche nun, dass man sich nach “langen Diskussionen” im Vorstand gegen einen Einstieg ins B-Segment mit der Marke Mercedes-Benz entschlossen haben. Als eine Option bezeichnete es Zetsche dagegen, über eine Ausweitung der Marke Smart die Lücke zur A-Klasse von unten zu schließen. Ob es soweit kommt, wird nicht unwesentlich vom Erfolg des in den Startlöchern stehenden Smart Forfour abhängen.

In einer ersten Analyse weisen die Marktexperten von IHS Automotive darauf hin, dass ein bedeutender Faktor um den Absatz der Premiumhersteller hoch zu halten, die Ausweitung der Modellpalette ist. Ein Einstieg in das B-Segment brächte Mercedes nach Berechnung der Marktexperten rund 88.000 Einheiten jährlich. Der positive Volumenaspekt müsse aber gegen die geringeren Margen im Kleinwagengeschäft abgewogen werden. Zetsche hatte in der Vergangenheit wiederholt darauf hingewiesen, dass für ihn nicht Volumen, sondern Profitabilität im Vordergrund stehe.

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Frank Volk