Hubertus Troska breit

Hubertus Troska: "2015 sollen neue Modelle das Geschäft anschieben - darunter etwa die neue C-Klasse." - Bild: Daimler

Die “echten Volumina” kommen für Daimler ihm zufolge jedoch erst 2015, so der China-Chef. Bis dahin wollen die Schwaben in der Volksrepublik 300.000 Autos verkaufen. Zahlen für 2014 nannte Troska nicht.

Schwaben wollen “Marke Mercedes besser darstellen”

“Der Weg, den wir gehen werden in 2014, ist ein anderer”, kündigte Troska an. Statt auf die Absatzzahlen konzentriere sich Daimler zunächst darauf, die Marke Mercedes-Benz in China besser darzustellen. Zuletzt seien dort einzelne Modelle deutlich zu günstig in den Markt gedrückt worden. Dem Autobauer hatten in China zwei getrennte Vertriebsorganisationen zu schaffen gemacht, die sich gegenseitig Konkurrenz machten.

“Beide Organisationen haben einen Riesendruck auf die Händler gemacht, die Autos an den Mann zu bringen”, erklärte Troska. Dadurch seien die Wagen immer billiger angeboten worden – die E-Klasse zuletzt etwa mit Rabatten von bis zu 18 Prozent. Das sei “desolat für eine Marke wie Mercedes”, meinte Troska. “Unsere Hauptaufgabe ist jetzt, den Wert der E-Klasse auch im Vergleich zu den Wettbewerbern den Kunden vor Augen zu führen.”

Oberklasse-Konkurrenz legt weiter vor

Die Oberklasse-Konkurrenten BMW und Audi setzen derzeit in China nicht nur mehr Autos ab, sie verdienen auch besser daran. Bis 2020 will Daimler an den Rivalen vorbeigezogen sein. Troska mahnte jedoch: “Es geht jetzt nicht um Volumen um jeden Preis.” Als erster Schritt müsse das Image der Marke wieder aufpoliert werden.

2015 sollen dann neue Modelle das Geschäft anschieben – darunter etwa die neue C-Klasse, die sich Troska zufolge von Ende 2014 an bemerkbar macht, sowie der neue GLA. Der Geländewagen wird ab 2015 in China produziert. Insgesamt will Daimler in den nächsten zwei Jahren dort 20 neue oder neu aufgelegte Modelle auf den Markt bringen.

Troska war vor einem Jahr zum China-Vorstand berufen worden, um Daimler auf dem wichtigen Automarkt besser aufzustellen. Inzwischen hat das Unternehmen im Reich der Mitte nicht nur seinen Vertrieb umstrukturiert. Es baut auch sein Händlernetz verstärkt aus.

Zuletzt beteiligten sich die Stuttgarter außerdem mit zwölf Prozent an ihrem chinesischen Partner Beijing Motor (BAIC). Troska: “Das wird ein weiteres Puzzlestück sein in dem Verständnis, wohin die chinesische Automobilindustrie entwickelt wird.”

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dpa/Guido Kruschke