Mercedes Actros

Trotz hoher Anlaufkosten für die Markteinführung des Lkw-Flaggschiffs Actros holen die Lastkraftwagenmärkte für den Stuttgarter Konzern weiter auf. - Bild: Daimler

Trotzdem bleiben Zweifel, ob der Stuttgarter Autobauer mit den hohen Erwartungen und der ebenfalls von der weltweit hohen Nachfrage befeuerten Konkurrenz mithalten kann. Daimler will am 27. Juli seine Quartalsbilanz veröffentlichen.

Die 14 von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten erwarten aufgrund des starken Verkaufsplus im zweiten Quartal konzernweit einen Umsatzanstieg von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 27,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) dürfte noch etwas stärker auf 2,45 Milliarden Euro zugelegt haben. Unter dem Strich sehen die Experten 1,55 Milliarden Euro, nach 1,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Zweistellige Marge durch Personenwagen

Den Löwenanteil zu Umsatz und Gewinn dürfte wie gewohnt die Personenwagensparte Mercedes-Benz Cars beigetragen haben. Dieser trauen die Experten eine zweistellige Marge zu. Die Rendite-Schätzungen für die Konkurrenten Audi und BMW liegen aber noch ein Stück höher. Nach Meinung vieler Experten ist die Kernmarke Mercedes-Benz bei den neuen Modellen schwächer aufgestellt. Mit Spannung wird deshalb die neue Kleinwagenfamilie erwartet, die Ende des Jahres vorgestellt wird.

Actros-Markteinführung mit Kosten

Bei den Lastwagen profitiert Daimler unter anderem vom hohen Nachfrageplus in Nordamerika. Gleichzeitig muss der Konzern aber Kosten für die Markteinführung der neuen Generation des Schwer-Lkw Actos tragen und Belastungen wegen der Produktionsausfälle nach dem Erdbeben bei der japanischen Tochter Fuso verbuchen. Das Augenmerk liegt bei den Trucks vor allem auf dem Vergleich mit dem Wettbewerber Volvo, der in dieser Woche schon mit einem überraschenden Gewinnzuwachs überzeugt hatte.

Der jüngst zusammen mit dem britischen Rolls-Royce-Konzern übernommene Motorenbauer Tognum führt noch zu keiner Veränderung in der Bilanz. Da die Transaktion noch nicht abgeschlossen ist, kommt es zu keiner neuen Bewertung der Beteiligung im Finanzergebnis. Nachdem die EU-Kommission die Übernahme in dieser Woche erlaubt hat, kann mit einer Integration im dritten Quartal gerechnet werden.

In den vergangenen Quartalen wurden die Daimler-Papiere am Tag der Zahlenveröffentlichung regelmäßig von der Börse abgestraft. Deshalb stellt sich nun die Frage, ob es diesmal wieder heißt: gut, aber nicht gut genug.

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dpa-AFX/Guido Kruschke