Dieter Zetsche breit

Dieter Zetsche: "Mit unserem exzellenten ersten Halbjahr liegen wir voll auf Kurs, 2011 zu einem der erfolgreichsten Jahre unserer langen Unternehmensgeschichte zu machen." - Bild: Daimler

Die Erwartungen waren hoch, der Stuttgarter Autobauer hat sie noch übertroffen. Und ein Ende des Booms ist weiterhin nicht in Sicht. Daimler-Chef Dieter Zetsche geht davon aus, dass der operative Gewinn sich erfreulicher als erwartet entwickeln werde und den Vorjahreswert von 7,3 Milliarden Euro sehr deutlich übertreffen werde, sagte der Konzernlenker am Mittwoch in Stuttgart laut Mitteilung. Der Manager rechnet im Gesamtjahr mit einem Umsatz von deutlich mehr als 100 Milliarden Euro (2010: 97,8 Milliarden Euro). Auch der Absatz soll zulegen (2010: 1,9 Millionen).

An der Börse wurden die Zahlen gemischt aufgenommen. Zur Eröffnung verloren die Papiere gut zwei Prozent und gehörten auch im weiteren Handelsverlauf zu den schwächeren Werten im Leitindex Dax . Die Zahlen fielen laut Händlern zwar gut aus und auch die optimistischere Prognose fand Anklang unter den Börsianern, aufgrund der starken Absatzsteigerung sei diese Entwicklung aber weitgehend absehbar gewesen.

Gewinn steigt überpoportional zum Umsatz

Der Gewinn legte im zweiten Quartal deutlich stärker zu als der Umsatz. Die Erlöse stiegen auch aufgrund von Wechselkurseffekten vergleichsweise nur um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 26,3 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis kletterte indes um 30 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Wegen der hohen Pkw-Verkäufe und der Erholung der Lastwagen-Märkte fuhr Daimler ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 2,58 Milliarden Euro ein. Zetsche sieht das Unternehmen deshalb auf gutem Weg, die ab 2013 versprochenen Rentabilitätsziele der einzelnen Geschäftsfelder zu erreichen: ´Wir liegen zur Jahresmitte 2011 nicht nur im Plan, sondern darüber.´

Nach Angaben von Zetsche hätte der Konzern mehr Autos verkaufen können, wenn nur mehr produziert werden könnten. Im Sommer als auch im Winter werde durchgearbeitet, kündigte der Konzernlenker an. Gleichzeitig räumte er ein, dass im Zuge von Sonderschichten zum Teil auch höhere Kosten entstehen. ´Aber natürlich arbeiten wir lieber an der Kapazitätsobergrenze.´

Geländewagen und C-KLasse gefragt

Besonders gut verkauften sich die Geländewagen wie die M-, R- und GLK-Klasse und die Mittelklassewagen der C-Klasse. Dadurch steuerte die Personenwagensparte mit den Marken Mercedes-Benz, Smart, Maybach und AMG zwischen April und Juni 1,566 Milliarden Euro zum EBIT bei. Den Angaben zufolge wurde eine Umsatzrendite von 10,7 Prozent erzielt und damit die langfristig geplante Marge von 10 Prozent übertroffen. Trotz der Verkaufszuwächse hat Daimler bei den Personenwagen jedoch auf dem Heimatmarkt Deutschland Marktanteil verloren.

Als Belastungen führte Zetsche negative Wechselkurseffekte, hohe Rohstoffkosten sowie Aufwendungen für den Start neuer Baureihen an. Im November kommt beispielsweise die neue B-Klasse als erstes Modell der neu entwickelten Kompaktwagenfamilie auf den Markt.

Lastwagenmärkte in Europa und USA erholt

Bei den Lastwagen zeigen vor allem die Märkte in den USA, Westeuropa und hier speziell Deutschland wieder kräftig nach oben. In Japan legte dagegen die Naturkatastrophe die Produktion bei der Tochter Fuso lahm. ´Wir haben fast zweieinhalb Monate Produktionsausfall aufzuholen´, sagte Spartenchef Andreas Renschler und zeigte sich zuversichtlich, den Rückstand im weiteren Jahresverlauf wettzumachen. Insgesamt setzte der Konzern im zweiten Quartal weltweit 527.600 Personenwagen und Nutzfahrzeuge ab, sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Deutliche Steigerungen zum Vorjahr 2010

Im zweiten Halbjahr sollen die Verkäufe in allen Geschäftsfeldern steigen. Die Personenwagensparte Mercedes-Benz Cars soll im Gesamtjahr mehr als 1,35 Millionen Autos absetzen, nach 1,28 Millionen Wagen im Vorjahr. Für 2011 rechnet Daimler mit einem Konzernabsatz von deutlich über den 1,9 Millionen verkauften Fahrzeugen des vergangenen Jahrs. Gestützt wird die positive Einschätzung des Managements durch die große Zahl an Bestellungen, die seit fünf Jahren nicht mehr so hoch gewesen seien wie in diesem ersten Halbjahr.

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dpa/Dow Jones Newswires/Guido Kruschke