Mercedes S-Klasse

Die chinesische Regierung nimmt die Premiumautobauer wegen deren Preispolitik unter die Lupe. Bild: Mercedes-Benz

Daimler ist in China ins Visier der Behörden geraten. Nachdem lokale Medien über Durchsuchungen in den Büros des Autobauers berichtet hatten, kündigte der Konzern an, mit den Behörden zu kooperieren.

Das Unternehmen sagte aber nichts zur Art der Untersuchungen und teilte auch nicht mit, welche Behörde die Ermittlungen durchführt. Derzeit stehen die ausländischen Premiumautobauer angesichts ihrer Preispolitik unter besonderer Beobachtung der chinesischen Regierung. Am Sonntag hatte Daimler mitgeteilt, die Preise für Ersatzteile im Schnitt um 15 Prozent zu senken. Das Unternehmen reagierte damit auf die Vorwürfe Pekings, zu hohe Preise zu verlangen und damit den Wettbewerb auf dem chinesischen Automarkt zu verzerren.

China hat die Regulierung in den letzten Jahren im Rahmen eines 2008 in Kraft getretenen Anti-Kartellgesetzes verschärft. Die Regierung hat viele ausländische Unternehmen wegen ihrer Preispolitik unter die Lupe genommen, von der Pharmabranche bis zu Herstellern von Milchpulver für Babys. Teilweise wurden beträchtliche Strafen verhängt. Ausländische Premiumautobauer wurden von Chinas Staatsmedien beschuldigt, über ihre Marktdominanz exorbitant gut zu verdienen, indem sie die Verkäufe von Ersatzteilen kontrollieren und den Kunden zu viel Geld abknöpfen.

Im Juli hatte bereits Mercedes-Rivale Audi Preissenkungen für Ersatzteile in China angekündigt. Jaguar Land Rover, Teil von Tata Motors, senkte die Preise für einige seiner hochpreisigen Autos.

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Dow Jones Newswires / gp