Dieter Zetsche breit

Um in Sachen Profitabilität nicht weiter die Rücklichter zu sehen, will Daimler-Chef Dieter Zetsche mehrere Milliarden sparen, vor allem bei Mercedes-Benz. - Bild: dpa

Im Schlussquartal dürften die Schwaben dabei sogar etwas mehr verdient haben, weil der Verkauf eines Teils der Beteiligung am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS einen Sonderertrag von etwa 700 Millionen Euro in die Kassen spülte. Rein operativ – also in den fortgeführten Geschäftsbereichen – gab es zwischen Oktober und Dezember allerdings wohl ein deutliches Minus.

Wie die ganze Branche hat auch der Dax-Konzern mit dem harten Wettbewerb sowie hohen Investitionen in Produkte, Werke und Technologien zu kämpfen. Dazu kommen allerdings auch hauseigene Problemen. Erneut werden die Schwaben nach Experteneinschätzung deshalb in allen Bereichen der Konkurrenz hinterhergefahren sein.

Milliarden-Sparprogramm wird nicht sofort greifen

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte bereits im Oktober die Prognosen für alle zentralen Unternehmensbereiche nach unten korrigiert und angekündigt, bis Ende 2014 im Pkw-Bereich jährlich rund zwei Milliarden Euro einsparen zu wollen. Experten rechnen in der Bilanz daher zwar nicht mehr mit großen Überraschungen. Mit Spannung wird allerdings die Prognose für 2013 erwartet.

“2013 wird sicherlich aus verschiedenen Gründen nicht das Zieljahr, das sich Daimler-Chef Zetsche vorgestellt hat”, sagte Autoexperte Stefan Bratzel. “Man muss aber 2013 zumindest erkennen, dass man der Konkurrenz wieder näherkommt, sonst wird 2014 auch nicht besser.”

Daimler muß schnell verlorenen Boden gutmachen

Zetsche will bis spätestens 2020 an den Rivalen Audi und BMW vorbeiziehen, fährt den beiden derzeit aber noch weit hinterher. Besonders deutlich wird das auf dem wichtigen Wachstumsmarkt China: Dort standen im vergangenen Jahr 405.838 Audis insgesamt 196.211 Mercedes-Benz gegenüber. Auch BMW hat mit 326.444 Autos verglichen mit Daimler klar die Nase vorn. Die Bayern dürften die Bilanz der Schwaben aufmerksam beäugen: Sie ziehen Mitte März mit ihren Zahlen nach.

Um bis 2020 die führende Premiummarke zu werden, so das erklärte Ziel des Unternehmens, setzt Mercedes-Benz nun alles daran, das China-Geschäft nach vorne zu bringen. So wurde erst Ende 2012 eigens ein China-Ressort im Vorstand geschaffen und die Vertriebsstruktur effizienter aufgestellt. Zudem kündigte Daimler binnen Wochenfrist an, sich beim chinesischen Partner BAIC einkaufen zu wollen.

Kleiner Lückenschluß wird nicht ausreichen

“Dieses Jahr kann Mercedes die Lücke zwischen BMW und Audi vielleicht ein bisschen schließen”, sagte Autoexperte Willi Diez. Beflügelt wird die Aufholjagd ihm zufolge auch durch die neue A-Klasse, die nach der Einführung im vergangenen Herbst nun erstmals richtig zu Buche schlage.

Die Zahlen für 2012 dürften sich nach den Erwartungen der Experten wohl in der angekündigten Größenordnung bewegen. Daimler hatte zuletzt nur noch mit einem operativen Ergebnis von etwa acht Milliarden Euro gesprochen – im Jahresvergleich rund neun Prozent Rückgang. Sinken sollen die Gewinne demnach sowohl in der zentralen Autosparte, als auch bei den Trucks. Für die krisengeplagte Bussparte rechnet Daimler sogar mit einem Verlust.

Alle Beiträge zu den Stichworten Daimler BMW Audi

dpa/Dow Jones Newswires/Guido Kruschke