Dr. Thomas Weber

Dr. Thomas Weber: Ich kann mir gut vorstellen, dass Bosch, neben unserem Joint-Venture mit Evonik, für uns ein weiterer Lieferant wird. - Bild: Daimler

“Wir reden neben anderen selbstverständlich auch mit Bosch und natürlich auch über eine Zusammenarbeit bei der Lithium-Ionen-Batterie”, sagte Daimler-Forschungsvorstand Thomas Weber dem “Handelsblatt”. “Ich kann mir gut vorstellen, dass Bosch, neben unserem Joint-Venture mit Evonik, für uns ein weiterer Lieferant wird.”

Daimler und der Essener Industriekonzern Evonik hatten 2008 den Batteriehersteller Li-Tec gegründet. Evonik hält 50,1 Prozent der Anteile, Daimler 49,9 Prozent. In wenigen Wochen soll im sächsischen Kamenz die Serienproduktion von Lithium-Ionen-Batterien für E-Autos beginnen. Ab 2013 solle die Kapazität bei drei Millionen Zellen pro Jahr liegen.

“Wir wissen heute schon, dass wir die Kapazitäten in Kamenz bald erweitern müssen, um dem Bedarf nachzukommen”, sagte Weber dem “Handelsblatt”. “Wir stehen also vor der Frage: Wo findet Kamenz 2 statt?” Eine Option sei, eine zweite Fabrik neben das erste Werk zu setzen. Eine andere Möglichkeit sei ein Standort im Ausland. “Wir werden die Entscheidung bald treffen.”

Weber bestätigte zugleich, dass Daimler darüber nachdenkt, seinen französisch-japanischen Partner RenaultNissan in das Gemeinschaftsunternehmen mit Evonik aufzunehmen. Daimler und Renault arbeiten bereits bei den Kleinwagen Smart und Twingo zusammen.

Die Branche forscht mit Hochdruck, um möglichst schnell Batterien mit großer Reichweite auf den Markt zu bringen. Bosch arbeitet mit dem koreanischen Samsung-Konzern zusammen. Das Gemeinschaftsunternehmen SB Limotive, an dem beide Partner je die Hälfte halten, fertigt im koreanischen Ulsan. In diesem Jahr sollen dort Batteriezellen für 20 000 Elektroautos gebaut werden, 2015 für 180 000.

Daimler und Bosch hatten im April angekündigt, ein Gemeinschaftsunternehmen für die Entwicklung und Produktion von Elektromotoren zu gründen. Das Projekt soll 2012 an den Start gehen. Die Motoren sollen auch an andere Autobauer verkauft werden.

dpa/Guido Kruschke