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Mit der Luxuslimousine der S-Klasse will Daimler nicht vorrangig den Absatz nach oben treiben, sondern vor allem den Gewinn des Konzerns wieder auf Touren bringen. - Bild: Daimler

Zwar legten alle drei Hersteller Rekordverkäufe mit satten Zuwachsraten vor, die Stuttgarter lagen mit einem Plus von 18 Prozent aber deutlich vor der Konkurrenz. BMW steigerte seinen Absatz um gut zwölf Prozent, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Die Volkswagen-Tochter Audi war um knapp zehn Prozent gewachsen.

Allerdings liegen die Schwaben auf Jahressicht weiterhin deutlich hinter den Rivalen. Gerade mit Blick auf die Premium-Kernmarken wird aus dem Dreikampf eher ein bayerisches Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen BMW und Audi. Die Münchner liegen seit Jahresbeginn mit 932.848 BMW-Fahrzeugen vor der Konkurrenz aus Ingolstadt mit 911.800 Stück. Daimlers Kernmarke Mercedes-Benz rangiert mit 811.227 Autos klar dahinter.

Dieter Zetsche

Daimler-Chef Dieter Zetsche setzt auf einen kräftigen Endspurt und will bis Jahresende mindestens 1,4 Millionen Pkw der Kernmarke verkauft haben. - Bild: Daimler

Schwaben setzen auf kräftigen Endspurt bis Jahresende

Doch die Stuttgarter setzen auf einen kräftigen Endspurt. Bis Jahresende wollen sie mindestens 1,4 Millionen Pkw ihrer Kernmarke verkauft haben. Für die Aufholjagd setzt der Konzern unter anderem auf seine aufgefrischte E-Klasse, die seit dem Frühjahr bei den Händlern steht. Außerdem sollen die Kompaktmodelle der A- und B-Klasse weiter neue Kunden anziehen. Für die neue Generation des Daimler-Flaggschiffs S-Klasse hat Konzernchef Dieter Zetsche zwar bereits 20.000 Vorbestellungen vermeldet – allerdings treibt die Luxuslimousine nicht vorrangig den Absatz nach oben, sondern soll vor allem den Gewinn des Konzerns wieder auf Touren bringen.

Aber auch 1,4 Millionen Autos dürften wieder nur für Platz drei reichen. Denn Audi will bis Jahresende die 1,45 Millionen Autos aus dem Vorjahr übertreffen – und dürfte diese Marke auch locker überspringen. Auch BMW liegt auf Kurs für sein Ziel eines Absatzzuwachses. 2012 hatten die Münchner 1,54 Millionen Autos ihrer Kernmarke BMW verkauft, mit den Schwestermarken Mini und Rolls Royce kam der Konzern auf 1,845 Millionen Stück. Daimler war bei 1,45 Millionen Auto gelandet – allerdings mitsamt seiner Marke Smart, die alleine auf mehr als 100.000 Fahrzeuge kam.

China nimmt Schlüsselrolle im Kampf um die Premium-Pole ein

Entscheidend ist für alle drei Hersteller die Entwicklung in China. Für BMW und Audi ist das bevölkerungsreichste Land der Erde bereits der größte Einzelmarkt, bei Daimler steht das Land an dritter Stelle hinter den USA und Deutschland. Allerdings kommen die Schwaben dort nach einem kräftigen Durchhänger wieder besser in Fahrt und legten im Juli um knapp ein Drittel zu. Doch in den ersten sieben Monaten hat Audi in China schon doppelt so viele Wagen verkauft wie die Stuttgarter Konkurrenz. Auch BMW liegt rund 100.000 Autos vor Daimler.

Außerhalb des Dreikampfs legte auch die Volkswagen-Tochter Porsche weiter kräftig zu. Die Sportwagenschmiede verdankt ihr rasantes Wachstum derzeit vor allem dem US-Markt: Hier schossen die Verkäufe im Juli um 36 Prozent nach oben. Seit Jahresbeginn setzte Porsche insgesamt mehr als 95.000 Autos ab, ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Konzernmutter VW legt nächste Woche ihre Absatzzahlen vor.

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dpa/Guido Kruschke