A-Klasse im Werk Rastatt: Um den Absatzanteil seiner Kompaktwagen von derzeit etwa 25% auf 30%

A-Klasse im Werk Rastatt: Um den Absatzanteil seiner Kompaktwagen von derzeit etwa 25% auf 30% steigern zu können, sollen weitere Kapazitäten in China und Brasilien entstehen. - Bild: Daimler

“Wir denken über ein ausgewachsenes, zusätzliches Werk nach”, kündigte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Dienstagabend am Rande einer Fahrvorstellung im spanischen Granada an. Dort hatten die Schwaben ihren ersten kompakten Geländewagen GLA präsentiert, der im März in den Handel kommt.

Bislang werden Daimlers Kompakte hauptsächlich in Rastatt und im ungarischen Kecskemet produziert. Hinzu kommt etwa eine finnische Auftragsfertigung für die A-Klasse. Um mehr Modelle herstellen zu können, sollen Zetsche zufolge neben dem geplanten Werk weitere Kapazitäten in China und Brasilien entstehen.

Daimler hat im vergangenen Jahr 370.000 Kompaktwagen verkauft – da entspricht etwa einem Viertel des Absatzes. Bis 2020 sollen es 30 Prozent sein. Das Jahr ist zugleich Daimlers Zielmarke im Rennen um die Spitze der Oberklasse-Hersteller. Bis dahin wollen die Schwaben ihre Erzrivalen BMW und Audi unter anderem beim Absatz überholt haben.

Dazu sollen auch die Kompaktwagen beitragen, die sich wegen ihrer vergleichsweise niedrigen Preise allerdings nicht so positiv auf die Profitabilität des Autobauers auswirken wie etwa die Limousinen der S- und E-Klasse. Daimler will in seiner Autosparte mittelfristig auf eine Rendite – das Verhältnis vom operativen Gewinn zum Umsatz – von 10 Prozent kommen. “Die Kompakten werden nicht auf der Zielrendite liegen”, räumte Zetsche ein. Das notwendige Momentum soll ihm zufolge durch andere Modelle kommen.

Um profitabler zu werden setzt das Unternehmen auf ein Sparprogramm, das bis Ende des Jahres in der Pkw-Sparte mit 2 Milliarden Euro zu Buche schlagen soll. Darüber hinaus seien weitere Einsparungen geplant, kündigte Zetsche an. Konkrete Zahlen und Zeiträume nannte er nicht. Potenzial sehe er allerdings im Vertrieb und bei der Zahl der Niederlassungen.

Daimler hatte zuletzt bereits erste Früchte von Sparanstrengungen und Modelloffensiven geerntet und seine Ziele für 2013 überraschen übertroffen. Im laufenden Geschäftsjahr will der Autobauer in allen Geschäftsbereichen steigende Ergebnisse vorweisen.

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dpa-AFX/Andreas Karius