Dieter Zetsche

Dr. Dieter Zetsche: Im ersten Quartal konnte Daimler die weltweiten Auslieferungen um mehr als zwölf Prozent auf 305.533 Personenwagen steigern. - Bild: Daimler

Dank der boomenden Autokonjunktur dürfte auch Daimler nach Expertenmeinung glänzende Zahlen für das erste Quartal vorlegen. Zusätzlich dürfte die nach der Krise wieder steigende Nachfrage nach Lastwagen dem Konzern einen weiteren Wachstumsschub bescheren. Daimler will die Zahlen zum ersten Quartal am 29. April vor Börseneröffnung vorlegen.

Die acht von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten rechnen im Schnitt mit einem Anstieg der Konzernerlöse um 16 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 24,7 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sehen die Experten von 1,2 Milliarden auf 1,9 Milliarden Euro anschwellen. Daimler profitiert vom allgemeinen Trend, dass Autos höherwertig ausgestattet werden und vor allem in China in erster Linie Wagen vom oberen Ende der Modellpalette nachgefragt werden.

Der Konzernüberschuss dürfte sich auch dank der in der Krise auf Effizienz getrimmten Organisation auf 1,2 Milliarden Euro verdoppeln. Im ersten Quartal hat Daimler die weltweiten Auslieferungen um mehr als zwölf Prozent auf 305.533 Personenwagen gesteigert. In diesem Jahr soll die Sparte und auch die Kernmarke Mercedes-Benz einen Absatzrekord erzielen. Beim übrigen Jahresausblick blieb Daimler-Chef Dieter Zetsche bislang vage. Erlöse und EBIT sollen zum Vorjahr steigen. Damit dürfte Daimler beim Umsatz erstmals nach der Auflösung der “Welt AG” wieder die 100-Milliarden-Marke durchbrechen.

Was läuft mit Tognum?

Negative Auswirkungen durch die Naturkatastrophen in Japan auf die Konzernzahlen des ersten Quartals erwartet Analyst Michael Punzet von der DZ Bank nicht. Er verweist darauf, dass die Aktivitäten der japanischen Lastwagentochter Fuso mit einem Monat Verzögerung in die Konzernzahlen einfließen und sich daher die Folgen der Produktionsausfälle noch nicht niederschlagen. Sein Kollege Philippe Houchois von der UBS erwartet vom Management Auskunft über den Stand des Tognum-Gebots.

Der Autokonzern, der bereits 28,4 Prozent am Friedrichshafener Großdieselmotorenhersteller hält, will Tognum zusammen mit dem britischen Turbinenhersteller Rolls-Royce komplett übernehmen. Letzten Angaben zufolge wurden bislang aber kaum Aktien eingereicht. Die Angebotsfrist läuft noch bis zum 18. Mai.

dpa-AFX/Guido Kruschke