In Iracemápolis läuft zunächst die C-Klasse Limousine und ab Sommer 2016 der kompakte SUV GLA vom Band. Ausgelegt ist das Werk auf eine Kapazität von 20.000 Einheiten pro Jahr. Der Autobauer erweitert damit im Zuge der Wachstumsstrategie "Mercedes-Benz 2020" das weltweite Produktionsnetzwerk.

"Die Eröffnung des Werks Iracemápolis ist ein weiterer Meilenstein beim Ausbau unseres flexiblen und effizienten Produktionsnetzwerks", sagt Mercedes-Produktions-Chef Markus Schäfer. Das globale Produktionsnetzwerk von Mercedes-Benz Cars umfasst 26 Standorte, die wiederum in Produktionsverbünden geordnet nach Fahrzeugarchitekturen organisiert sind.

Als Teil des globalen Produktionsnetzwerks von Mercedes-Benz Cars ist das Werk Iracemápolis mit allen Standorten weltweit vernetzt, sodass ein zentraler Zugriff auf Fertigungsdaten und Prozesssteuerung möglich ist. Zum Beispiel kann jede einzelne Anlage und jeder Roboter zentral angesteuert und mit neuen Programmierungen versehen werden. Schäfer: "Das Werk in Iracemápolis ist richtungweisend für unsere mittelgroßen Werke bezüglich Layout und Technologie. Es ist deutlich weniger automatisiert als traditionelle Mercedes-Benz Werke." So könne der OEM hier hochflexibel und in Top-Qualität für den lokalen Bedarf produzieren.

Qualifizierung im Netzwerk

Bei der Rekrutierung und Ausbildung der Werker arbeitete das Unternehmen eng mit SENAI, dem brasilianischen nationalen Service für industrielles Training, zusammen. Dafür richtete Daimler in Iracemápolis ein neues Trainingscenter ein. Als zusätzliche Qualifizierungsmaßnahme hat der Autobauer die Mitarbeiter weltweit in andere Werke entsendet. Dort konnten sie sich mit den Abläufen der Produktion vor Ort vertraut machen und den neuen Standort über persönliche Kontakte noch enger in das internationale Netzwerk einbinden.

Federführend war dabei das Schwesterwerk in Pune, Indien, zu dessen Produktpalette ebenfalls die C-Klasse gehört. Auch im Werk Bremen das als Leadwerk der C-Klasse fungiert, sowie ungarischen Werk Kecskemét (Ungarn), in dem Kompaktmodelle produziert werden, fanden mehrwöchige Schulungseinsätze statt.

Die Werkseröffnung kommt in einer Zeit, in der der brasilianische Automarkt am Boden liegt. Mercedes-Produktions-Chef Schäfer glaubt aber, dass die Perspektiven für das Unternehmen hier langfristig dennoch gut seien. Gleichwohl verlief das vergangene Jahr für die meisten OEMs auf dem brasilianischen Automarkt desolat. Die ersten zwei Monate des neuen Jahres weckten keine Hoffnung. Die Folge: Das Analyse-Institut IHS senkte seine Absatzprognose für den ehemaligen Zukunftsmarkt. 1,9 Millionen Autos werden die OEMs dieses Jahr in Brasilien absetzen. Das entspricht einem Rückgang von 23,1 Prozent.