Dieter Zetsche

Daimler-Chef Dieter Zetsche wird wohl seine Zielerwartungen von acht Milliarden Euro kassieren müssen. - Bild: Daimler

Darauf hat Vorstandschef Dieter Zetsche die Aktionäre bereits auf der Hauptversammlung im April eingestimmt. Schon im Februar hatte er von einem weiteren Übergangsjahr gesprochen. Damals bestätigte er das Ziel noch, Umsatz und Absatz zu steigern und den Gewinn vor Zinsen und Steuern auf Vorjahresniveau von rund acht Milliarden Euro zu halten.

Daimler liegt noch immer hinter der Konkurrenz

Diese Zielerwartungen für das Gesamtjahr, so glauben auch Branchenexperten, muss Daimler bei Verkündung der Quartalsergebnisse am Mittwoch kappen. Zetsche hatte auf dem Aktionärstreffen schon vor einem weitaus schwächeren europäischen Pkw- und Nfz-Markt gewarnt als noch zu Beginn des Jahres erwartet. Doch das ist nur eine Seite der Medaille.

Denn die Schwaben haben auch mit hausgemachten Problemen zu kämpfen. Zwar steigerte die Pkw-Tochter Mercedes-Benz den Absatz der Kernmarke im ersten Quartal um 3,5 Prozent auf 325.000 Autos. Doch im Vergleich zur Konkurrenz Audi und BMW hinkt die Sparte hinterher. Denn die Wettbewerber kompensieren die Absatzschwäche in Europa vor allem mit dem China-Geschäft. Während die Bayern dort regelmäßig zweistellig wachsen, rutschte der China-Absatz der Schwaben im ersten Quartal 2013 um 11,5 Prozent ab.

Schwaben kämpfen in China um Marktanteile

Zuletzt hatte Zetsche einige Maßnahmen getroffen, um das China-Geschäft voranzubringen. So wurde der Vertrieb über ein Joint Venture gebündelt und zudem auf Vorstandsebene ein eigenes China-Ressort gegründet. Doch diese Schritte müssen sich erst noch auf den Absatz niederschlagen.

Auch bei Daimlers Lkw-Sparte erwarten Analysten schrumpfende Gewinne im Auftaktquartal. In den ersten drei Monaten des Jahres gingen die Verkäufe um sechs Prozent auf 101.000 Lastwagen zurück. Das liegt vor allem an der Absatzschwäche in den Kernmärkten Europa und Nordamerika. Im Laufe des Jahres erwartet Zetsche jedoch eine Erholung. Dann sollen neue Modelle helfen, die Verkäufe anzukurbeln.

Insgesamt rechnen Daimler und auch Analysten mit einer besseren zweiten Jahreshälfte, auch weil die Pkw-Tochter Mercedes-Benz dann mit zusätzlichen margenträchtigen Verkäufen der neuen S- und E-Klasse rechnen darf.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke