Xu Heyi, Chairman der BAIC Group, auf einer Pressekonferenz mit aktuellen Fahrzeugen von Mercedes-Benz in Peking

Xu Heyi, Chairman der BAIC Group, auf einer Pressekonferenz mit aktuellen Fahrzeugen von Mercedes-Benz in Peking: Welche Modelle Baic auf der veralteten Mercedes-Plattform bauen möchte, ist noch nicht ganz klar. Bild: Daimler

Die Daimler AG hat ihrem chinesischen Partner BAIC Motor Group die Erlaubnis gegeben, ihre alte Plattform für die E-Klasse von Mercedes Benz zum Bau eigener Fahrzeuge zu nutzen. Der Transfer der veralteten Plattform ebnet BAIC den Weg, als erster chinesischer Hersteller eigene Premiumfahrzeuge zu entwickeln.

Laut dem Daimler-Chef für den Bereich Greater China, Hubertus Troska, erfolgt der Transfer im Zuge einer vor drei Jahren geschlossenen Vereinbarung zwischen dem deutschen Hersteller und BAIC. Damals war Daimler mit einem Anteil von 12 Prozent bei dem staatlichen chinesischen Autohersteller eingestiegen. Eine solche Transaktion ist in China durchaus üblich, denn im Gegenzug für alte Plattformen erhalten ausländische Hersteller die Unterstützung ihrer chinesischen Partner beim Aufbau eines Vertriebsnetzes.

Welche Modelle BAIC auf der veralteten Mercedes-Plattform bauen möchte, ist unklar. Bei dem Konzern war kurzfristig niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Der Automotive-Informationsdienst IHS meldet unter Berufung auf Automotive News China, die Plattform werde für drei Modelle verwendet - eine Mittelklasse-Limousine, ein SUV und ein MPV (multi purpose vehicle) und unter den BAIC-Marken Senova (Shenbao) und Weiwang vermarktet. Ungenannten Quellen zufolge soll die Limousine das erste Fahrzeug sein, das auf der Daimler-Architektur basiert und 2018 herauskommen. Später werde das SUV erscheinen und beide Fahrzeuge unter der Marke Senova erscheinen. Danach soll das MPV mit dem Markennamen Weiwang herauskommen.

Daimler selbst hat am Montag (22. August) seine brandneue Version der E-Klasse für den Verkauf in China auf den Markt gebracht. Mercedes-Benz ist im Reich der Mitte zuletzt schneller gewachsen als die Gesamtbranche.