Daimler plant massive Investitionen in seine deutschen Werken. – Bild: Daimler

Daimler plant massive Investitionen in seine deutschen Werken. – Bild: Daimler

Die Schwaben wollen die Werke künftig zentral steuern und durch größere Standardisierung in den Produktionsstätten die Kosten senken. Der Autobauer ordne seine Fertigung in Zukunft nach Produktarchitekturen, sagte Mercedes-Produktionsvorstand Markus Schäfer am Mittwoch. Damit schrumpft die Macht der Werksleiter. Die Verantwortung für die Fertigung übernehmen künftig Manager, die jeweils weltweit für bestimmte Fahrzeugbaukästen zuständig sind.

Milliarden-Investitionen in deutsche Werke

Daimler kündigte zudem an, noch in diesem Jahr mehr als drei Milliarden Euro in seine deutschen Produktionsstätten zu investieren. Im Werk Sindelfingen gebe der Konzern in diesem Jahr rund eine Milliarde Euro zur Vorbereitung auf neue Fahrzeuge aus, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Etwa eine weitere Milliarde Euro fließt den Angaben zufolge in das Stammwerk Untertürkheim ? unter anderem für die Erweiterung der Motorenproduktion. Mit rund 750 Millionen Euro erhöhe Daimler die Kapazität des Werks Bremen. Weiteres Geld fließe in das Kompaktwagenwerk Rastatt.

Mit der Neuorganisation seiner Fertigung wagt der Konzern zudem einen Kulturwandel: “Wir kommen aus einer Produktionswelt, in der einzelne Werke weitgehend autonom agiert haben”, sagte Schäfer in Sindelfingen. Eine wachsende Modellpalette, stetig steigende Stückzahlen und eine höhere Komplexität stellten die Produktionsstätten allerdings vor Herausforderungen. Notwendig sei zum einen zusätzliche Flexibilität. Zugleich allerdings wolle Daimler durch Standardisierung und Modularisierung die Fixkosten senken und den Investitionsbedarf begrenzen. Das soll nach den Worten von Schäfer gelingen, indem etwa verschiedene Fahrzeugvarianten vom gleichen Band laufen und Anlagen auch über mehrere Fahrzeuggenerationen hinweg genutzt werden.

Heckantriebsarchitektur für S-, E- und C-Klasse

Dazu setzen die Stuttgarter – wie beispielsweise Volkswagen auch – auf ein Baukastensystem. Daimlers Strategie sieht vor, dass die Autos der S-, E- und C-Klasse auf einer gemeinsamen Heckantriebsarchitektur basieren. Der Konzern entwickelt zudem eine Frontantriebsarchitektur, eine Architektur für SUV-Modelle, eine weitere für Sportwagen sowie eine Architektur für den Antriebsstrang. Je Architektur hat Daimler am Mittwoch einen Produktionsverantwortlichen ernannt.

Durch eine zentrale Steuerung will Daimler zudem die eigene Logistik verbessern. Bei der Organisation der Lieferkette habe das Unternehmen ?große Herausforderungen? vor sich, sagte Schäfer. Auf dem Gebiet bestünden aber auch “enorme Potenziale zur Kosteneinsparung und Steigerung der Effizienz.” Verbesserungen versprach Schäfer darüber hinaus im Qualitätsmanagement.

Gabriel Pankow / Quelle: Dow Jones Newswires