Konzernchef Ghosn und Datsun GO+: dem Minivan wird in Ermerging Markets eine steile Karriere

Konzernchef Ghosn und Datsun GO+: dem Minivan wird in Ermerging Markets eine steile Karriere zugetraut. Bild: Datsun

Auf der kleinen Marke mit der (bislang) kargen Modellpalette, bestehend aus dem Schrägheckmodell GO, dem Minivan GO+ und der Limousine on-Do, lastet zum Start große Verantwortung: Ohne einen schnellen Erfolg von Datsun, so das Prognoseinstitut IHS Automotive, wird es dem japanischen Hersteller Nissan kaum gelingen, die im Programm “Power 88″ definierten Ziele zu erreichen: Die erste “8″ steht für den weltweiten Markanteil, den man für 2016/2017 anpeilt, die zweite “8″ für die von Renault-Nissan-Konzernchef Carlos Ghosn vorgegebene Rendite.

2.000 Autos in 10 Tagen

Grundsätzlich attestiert IHS Automotive der Low-Cost-Marke gute Perspektiven. Insgesamt rechnen die Marktexperten noch in diesem Jahr mit einem Verkauf von 42.000 Einheiten, bereits 2015 soll sich die Zahl der verkauften Fahrzeuge auf 143.000 mehr als verdreifachen. Bislang sind das nur Rechenspiele. Erste Anzeichen, dass es Nissan gelungen sein könnte, ein auf die Bedürfnisse von Wachstumsmärkten zugeschnittenes Auto auf die Räder zu stellen, gibt es aus Indien. Innerhalb von zehn Tagen nach dem Verkaufsstart im Februar sollen dort über 2.000 Fahrzeuge des auf der Plattform den Nissan Micra basierenden Datsun GO verkauft worden sein. Der Fünftürer im Low-Budget-Look und mit 1.2-Liter-Motor ausgestattet, soll für Nissan in Indien eine neue Wachstumsphase einläuten. Mit einem Marktanteil von 1,2 Prozent krebst die Marke dort im unteren Bereich der Wahrnehmungszone herum. Für dieses Jahr prognostiziert IHS in Indien einen Absatz von knapp über 14.200, bereits im nächsten Jahr sollen es dann rund 56.000 Einheiten sein.

Mindestens ebenso ambitioniert sind die Pläne für Indonesien. Hier tritt Datsun ebenfalls mit dem GO an, sowie dem GO+ einem Minivan mit 5 + 2 Sitzen, der bei seiner Vorstellung im September vergangenen Jahres erstaunte Premierengäste hinterließ: Zum einen aufgrund seine Raumkonzeptes, zum anderen weil Datsun den Siebensitzer für umgerechnet 6.600 Euro anbieten will, wenn er im Lauf diesen Jahres in den Verkauf geht. Mit dem Minivan definiere man in Indonesien ein neues Segment, weshalb auch die Experten von IHS Automotive dort besonders starkes Wachstum vermuten: Nach 20.000 Einheiten noch in diesem Jahr, sollen 2016 in Indonesien bereits 100.000 Neufahrzeuge das Datsun-Zeichen am Kühler tragen.

Größter Unsicherheitsfaktor in der Datsun-Strategie ist aufgrund der politischen Lage Russland. Dort wurde die auf das harte Autoleben zugeschnittene Limousine names on-Do Anfang April vorgestellt, der Verkauf soll im September starten. Auch in Russland spielt die Low-Cost-Marke eine tragende Rolle zur Erreichung der Wachstumsziele von Nissan. Innerhalb der nächsten drei Jahre will Konzernchef Ghosn in Russland den Absatz von 150.000 Fahrzeugen im Jahr 2013 verdreifachen und den Marktanteil von derzeit etwa 5 Prozent verdoppeln. Dabei soll etwa ein Drittel des Absatzzuwachses von Datsun beigesteuert werden. Das ist nach Einschätzung von IHS Automotive durchaus machbar – falls die politische Lage die Pläne nicht über den Haufen wirft.

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Frank Volk