Shigehisa Takada

Der Chef von Airbag-Hersteller Takata, Shigehisa Takada, hat in Nordamerika Probleme bei über 38 Millionen Fahrzeugen eingeräumt. – Bild: Takata

Unter dem Druck der US-Verkehrsaufsicht räumte das japanische Unternehmen am Dienstag Gefahren bei insgesamt 33,8 Millionen Fahrzeugen ein. Deshalb dürften in den USA nun mehr Autos in die Werkstätten beordert werden als jemals zuvor. Verkehrsminister Anthony Foxx sprach vom wohl komplexesten Rückruf der US-Geschichte.

Takatas Airbags sorgen schon länger für Probleme- wegen Verarbeitungsmängeln können sie unvermittelt auslösen und Teile der Metallverkleidung sprengen. Die Behörden gehen inzwischen von mehr als 100 Verletzten und mindestens sechs Todesopfern im Zusammenhang damit aus.

Seit 2013 wurden in den USA bereits etwa 17 Millionen Fahrzeuge von Autoherstellern zurückgerufen. Takata habe sich, so Verkehrsminister Foxx, zu einer effektiven Zusammenarbeit mit den Aufsehern und den betroffenen Autobauern verpflichtet. Dazu zählen BMW, Fiat Chrysler, Ford, General Motors, Honda, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Subaru und Toyota. Während BMW mit einer relativ kleinen Stückzahl betroffen ist, hat es die japanischen Marken voll erwischt.

“Wir sind froh, diese Einigung mit der US-Verkehrsaufsicht erreicht zu haben, die einen klaren Weg nach vorne darstellt, um das Vertrauen in die Autohersteller wieder herzustellen”, ließ Takata-Chef Shigehisa Takada in einer Mitteilung verlauten. Trotz aller Anstrengungen, die dre Airbag-Hersteller unternehme und bereits unternommen habe, sei es aber klar, dass die abschließende Prüfung der Vorfälle noch Zeit in Anspruch nehmen werde.

Wegen mangelnder Kooperation bei den Ermittlungen hatten die US-Behörden gegen die Japaner im Februar eine Strafe von täglich 14.000 US-Dollar verhängt, solange der Konzern sich weigert, beim Krisen-Management mit den Aufsehern zusammenzuarbeiten.

Der Konflikt war eskaliert, nachdem der Zulieferer Forderungen nach einem landesweiten Rückruf zunächst abgelehnt hatte.

Das Unternehmen machte das heiße und feuchte Klima in Bundesstaaten wie Kalifornien oder Florida für das unvermittelte Auslösen der Airbags verantwortlich. Es wollte die Rückrufe deshalb auf diese Regionen beschränken.

Angesichts der begrenzten Verfügbarkeit von Ersatzteilen gibt es durchaus Experten, die den Ansatz gutheißen. Dadurch würden zunächst die Gegenden an die Reihe kommen, in denen sich die Unfälle ballen. Takata hat nicht die Produktionskapazität, die nötigen Teile für einen Massen-Rückruf rasch zu liefern.

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dpa/fv