• VW und der Phaeton - in der Wolfsburger Konzernzentrale wurde diese Liaison hinter den Kulissen bereits als Missverständnis abgetan. Schon die Namensgebung wirkt rückblickend schief: Laut Überlieferung des Dichters Ovid war Phaeton einer der ersten Unfallfahrer der Geschichte. Für einen Tag lenkte der Sohn des griechischen Sonnenkönigs Helios den kostbaren Sonnenwagen seines Vaters - doch er verlor die Kontrolle und stürzte in die Tiefen des Alls. Bild: Volskwagen

    VW und der Phaeton - in der Wolfsburger Konzernzentrale wurde diese Liaison hinter den Kulissen bereits als Missverständnis abgetan. Schon die Namensgebung wirkt rückblickend schief: Laut Überlieferung des Dichters Ovid war Phaeton einer der ersten Unfallfahrer der Geschichte. Für einen Tag lenkte der Sohn des griechischen Sonnenkönigs Helios den kostbaren Sonnenwagen seines Vaters - doch er verlor die Kontrolle und stürzte in die Tiefen des Alls. Bild: Volskwagen

  • Im Inneren der Manufaktur lief zuletzt nur noch gelegentlich das Fließband. Die Führungen durch die Manufaktur sollen aber auch nach dem Phaeton-Zeitalter angeboten werden. Auf diese in 14 Sprachen übersetzte Dienstleistung war Volkswagen in Dresden immer besonders stolz. Bild: Volkswagen

    Im Inneren der Manufaktur lief zuletzt nur noch gelegentlich das Fließband. Die Führungen durch die Manufaktur sollen aber auch nach dem Phaeton-Zeitalter angeboten werden. Auf diese in 14 Sprachen übersetzte Dienstleistung war Volkswagen in Dresden immer besonders stolz. Bild: Volkswagen

  • Die Beschäftigten sind zunächst die Verlierer. Gerade einmal rund 100 der knapp 500 Mitarbeiter sollen noch in Dresden bleiben. "Keiner der Kollegen wird seinen Arbeitsplatz verlieren", heißt es aus der Konzernzentrale. Statt stempeln ist für viele dann pendeln angesagt - zunächst ins 115 Kilometer entfernte VW-Werk Zwickau. Bild: Volkswagen

    Die Beschäftigten sind zunächst die Verlierer. Gerade einmal rund 100 der knapp 500 Mitarbeiter sollen noch in Dresden bleiben. "Keiner der Kollegen wird seinen Arbeitsplatz verlieren", heißt es aus der Konzernzentrale. Statt stempeln ist für viele dann pendeln angesagt - zunächst ins 115 Kilometer entfernte VW-Werk Zwickau. Bild: Volkswagen

  • Die Ankündigung vom Auslaufen der Produktion sei wie eine Traueranzeige formuliert gewesen, sagt ein Beschäftigter. Für die meisten kommt die Entwicklung nicht überraschend. 2011 rollten noch 11.166 Phaetons vom Band. 2014 lag die Produktion nur noch bei rund 4.000 Wagen. Bild: Volkswagen

    Die Ankündigung vom Auslaufen der Produktion sei wie eine Traueranzeige formuliert gewesen, sagt ein Beschäftigter. Für die meisten kommt die Entwicklung nicht überraschend. 2011 rollten noch 11.166 Phaetons vom Band. 2014 lag die Produktion nur noch bei rund 4.000 Wagen. Bild: Volkswagen

  • Der letzte Phaeton geht nach China. Laut Manufaktur-Sprecher Carsten Krebs wird der zahlungskräftige Kunde aus Fernost sein Auto aber nicht persönlich abholen. Ganz anders als die glamouröse Eröffnung 2001 mit dem damaligen Vorstandschef Ferdinand Piëch und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) geht der Abgesang auf den Luxuswagen leise über die Bühne. Bild: Volkswagen

    Der letzte Phaeton geht nach China. Laut Manufaktur-Sprecher Carsten Krebs wird der zahlungskräftige Kunde aus Fernost sein Auto aber nicht persönlich abholen. Ganz anders als die glamouröse Eröffnung 2001 mit dem damaligen Vorstandschef Ferdinand Piëch und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) geht der Abgesang auf den Luxuswagen leise über die Bühne. Bild: Volkswagen

  • Ohne den Verkaufserfolg im fernen China wäre das Aus des Modells wohl schon früher gekommen, heißt es aus der Konzernzentrale. Doch für ein "Weiter so" reicht die Nachfrage von Kunden aus dem Reich der Mitte eben auch nicht. Ohnehin hat VW mit dem Phideon längst eine Alternative im chinesischen Portfolio. Gerüchte, wonach das Auto irgendwann auch in Europa zu kaufen sein soll, werden aber vehement bestritten. Also auch kein Grund zur Hoffnung in Dresden. Bild: Volkswagen

    Ohne den Verkaufserfolg im fernen China wäre das Aus des Modells wohl schon früher gekommen, heißt es aus der Konzernzentrale. Doch für ein "Weiter so" reicht die Nachfrage von Kunden aus dem Reich der Mitte eben auch nicht. Ohnehin hat VW mit dem Phideon längst eine Alternative im chinesischen Portfolio. Gerüchte, wonach das Auto irgendwann auch in Europa zu kaufen sein soll, werden aber vehement bestritten. Also auch kein Grund zur Hoffnung in Dresden. Bild: Volkswagen

  • Von April an solle das Gebäude umgebaut und auf die "Flexibilisierung der Manufaktur-Fertigung" vorbereitet werden. Für Besucher, Veranstaltungen sowie die Fahrzeugauslieferung und -aufbereitung bleibe sie geöffnet.

    Von April an solle das Gebäude umgebaut und auf die "Flexibilisierung der Manufaktur-Fertigung" vorbereitet werden. Für Besucher, Veranstaltungen sowie die Fahrzeugauslieferung und -aufbereitung bleibe sie geöffnet.

  • Die Oberklasse-Ära von VW endet leise. In den Geschichtsbüchern des Konzerns wird der 18. März dennoch für immer einen Platz haben: Am (heutigen) Freitag verlässt der letzte Phaeton das Werk. Bild: Volkswagen

    Die Oberklasse-Ära von VW endet leise. In den Geschichtsbüchern des Konzerns wird der 18. März dennoch für immer einen Platz haben: Am (heutigen) Freitag verlässt der letzte Phaeton das Werk. Bild: Volkswagen

  • Mitten in der Abgas-Krise mit ihren noch unabsehbaren finanziellen Folgen hat die Vorstandsspitze um Matthias Müller die Reißleine gezogen. Statt "immer größer, schneller und weiter" lautet bei Volkswagen die Parole jetzt "Sparen auf Sicht". Im Aufsichtsrat fällt der Phaeton längst unter die Kategorie "Enttäuschungen". Bild: Volkswagen

    Mitten in der Abgas-Krise mit ihren noch unabsehbaren finanziellen Folgen hat die Vorstandsspitze um Matthias Müller die Reißleine gezogen. Statt "immer größer, schneller und weiter" lautet bei Volkswagen die Parole jetzt "Sparen auf Sicht". Im Aufsichtsrat fällt der Phaeton längst unter die Kategorie "Enttäuschungen". Bild: Volkswagen

  • Ein Trost bleibt, galt der Phaeton unter Autoexperten doch technisch gesehen, als äußerst gelungen. Bild: Volkswagen

    Ein Trost bleibt, galt der Phaeton unter Autoexperten doch technisch gesehen, als äußerst gelungen. Bild: Volkswagen

Aus Konzernkreisen ist zu vernehmen, dass man nach dem 18-monatigen Umbau in Dresden und bis zum möglichen Start eines E-Phaetons in der Manufaktur auch wieder Autos bauen möchte. Welche genau, sei noch im Fluss. Im vergangenen Dezember hatte VW-Markenchef Herbert Diess Top-Modelle der Marken Porsche, Bentley und Audi genannt. Entlassungen soll es alldieweil keine geben - etwa 100 Mitarbeiter sollen in Dresden bleiben, die restlichen zunächst im Werk Zwickau weiterbeschäftigt werden.

In der Konzernzentrale in Wolfsburg glaubt man fest daran, das Luxusmodell in die Manufaktur zurückholen zu können. "Der Phaeton ist und bleibt ein wesentliches Projekt für Volkswagen. Er ist für die Positionierung der Marke Volkswagen und für die Demonstration unserer technologischen Fähigkeiten unerlässlich", sagte ein Sprecher. VW-Betriebsratschef Osterloh wünscht sich die Rückkehr des Phaeton - als E-Auto. Bislang ist das nur Zukunftsmusik.

Berichte, wonach der E-Phaeton schon wieder von VW-Markenchef Herbert Diess gestoppt sei, weist das Unternehmen rigoros zurück - und setzt auf Zeit: "Der Phaeton macht nur Sinn, wenn er wieder der unumstrittene Leuchtturm der Marke Volkswagen wird. Die nächste Generation des Phaeton wird voll elektrisch und voll vernetzt sein."

Ein neues Konzept für das Werk gibt es gleichwohl noch nicht, erst Ende dieses Jahres will der VW-Vorstand nach Angaben von Betriebsratschef Bernd Osterloh eine neue Strategie für die Gläserne Manufaktur in Dresden vorlegen. "Wir stehen in engem Kontakt zu den Kollegen in Dresden. Gemeinsam besprechen wir mit dem Markenvorstand das Übergangskonzept und die endgültige Lösung für die Gläserne Manufaktur", sagte Osterloh der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.