Porsche Cayenne breit

Für die deutschen Hersteller war der Juli ein erfolgreicher Absatzmonat in den USA. - Bild: Porsche

Die unsichere wirtschaftliche Lage im eigenen Land lässt viele US-Amerikaner vor dem Kauf eines neuen Autos zurückschrecken. Erschwerend hinzu kommen anhaltende Lieferprobleme der wichtigen japanischen Hersteller infolge des Erdbebens. So sind die gigantischen Zuwachsraten bei den Verkäufen vom Jahresbeginn inzwischen Geschichte. Den deutschen Herstellern geht es allerdings noch vergleichsweise gut.

Im Juli stiegen die Gesamtverkäufe nach Berechnungen des Marktforschers Autodata gerade mal um 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit rollten nach Angaben vom späten Dienstag (Ortszeit) annähernd 1,1 Millionen Fahrzeuge von den Höfen der US-Händler. In Deutschland hatten die Zulassungen nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes im gleichen Zeitraum um 10 Prozent zugenommen. Allerdings ist der deutsche Markt mit zuletzt 260 900 Wagen bedeutend kleiner als der amerikanische.

Volkswagen als US-Absatzkönig

Am stärksten ging es wie schon im Juni für Volkswagen nach oben. Der Absatz kletterte um mehr als ein Fünftel auf 29.066 Einheiten, und der Juli war nach VW-Angaben vom Dienstag der beste Juli seit 2002. Die Wolfsburger schauen zuversichtlich in die Zukunft. Das Schwung werde anhalten, hieß es mit Blick auf die ab Herbst bei den Händlern stehenden neuen Modelle von Passat und Beetle.

Für die VW-Premiumautotochter Audi war es sogar der beste Juli in der Geschichte. Der Absatz erreichte den Rekord von 9.146 Fahrzeugen (plus 17 Prozent gegenüber Vorjahr) und übertraf damit das bisherige Hoch von 7.974 Einheiten im Juli 2001.

Auch bei Mercedes-Benz ging es deutlich aufwärts. Mit 21.065 Einheiten wurden fast 17 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft als im Juli 2010, zudem war es der höchste Juli-Absatz seit 2006.

Der Sportwagenbauer Porsche kam vor allem dank des Geländewagens Cayenne im Juli auf ein Absatzplus von zwei Prozent auf 2.768 Fahrzeuge. Ausgebremst wurden die Auslieferungen an die Kunden durch Einbußen beim Porsche der Baureihe 911, hier steht ein Modellwechsel an, sowie beim Gran Turismo Panamera. Bei diesem Modell war der “hervorragende Juli 2010″ durch die Einführung der Panamera V6-Modelle geprägt, teilte die Stuttgarter Gesellschaft mit.

Der Wettbewerber BMW bekam Rückenwind vor allem von der 5er Serie und dem neuen X3 und steigerte die Verkäufe der Marke BMW um 12,3 Prozent. Nicht ganz so erfolgreich lief es für den Stadtflitzer Mini, der aber immer noch um knapp 9 Prozent zulegte.

US-Konjunktur bereitet Sorgen

Trotz der steigenden Absatzzahlen äußerten sich Experten zurückhaltend: Wegen der Vorkommnisse der vergangenen Monate seien die amerikanischen Verbraucher sehr misstrauisch, sagte ein GM-Manager. Analysten warnten zudem, dass hohe Arbeitslosenzahlen und die Sorge um die Entwicklung der US-Konjunktur die Automobilkonzerne dazu zwingen könnte, großzügigere Rabatte anzubieten.

Wenn die Amerikaner allerdings einen Wagen kaufen, dann greifen sie tiefer in die Tasche als noch vor einem Jahr. Nach Beobachtungen des Autoportals “TrueCar.com” sinken die Rabatte und gleichzeitig installieren die Kunden mehr Sonderzubehör im Fahrzeug. Im Schnitt kostete ein Neuwagen in den USA demnach 29.761 Dollar (knapp 21.000 Euro) und damit rund 600 Dollar mehr. Niemals zuvor hätten die US-Amerikaner so viel Geld für ihre Wagen hingeblättert, stellte Jesse Toprak von “TrueCar.com” fest.

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Dow Jones Newswires/dpa/Guido Kruschke