Der Ersatzbedarf ist hoch, die Konjunktur gut. Experten erwarten deshalb ein deutliches Absatzplus

Der Ersatzbedarf ist hoch, die Konjunktur gut. Experten erwarten deshalb ein deutliches Absatzplus auf dem deutschen und dem europäischen Automarkt. Bild: mirpic - Fotolia.com

Die Chancen für einen Aufschwung auf dem deutschen Automarkt seien insgesamt jedoch gut. „Die anhaltend gute Konjunkturentwicklung, der stabile Arbeitsmarkt und der aufgestaute Ersatzbedarf werden weitere positive Impulse geben“, ist Felix Kuhnert, Partner und Leiter des Bereichs Automotive bei PwC in Deutschland und Europa, überzeugt.

Noch im laufenden Jahr sollten die Neuzulassungen in Deutschland nach Prognosen der Experten von PwC auf rund 3,05 Millionen zulegen. Das entspräche einem Wachstum von 3,3 Prozent. Für 2015 ist ein weiterer Anstieg um 2,5 Prozent möglich.

Auch für Europa insgesamt erwarten die Analysten ein Absatzplus. Für das Gesamtjahr 2014 sagt PwC eine Absatzsteigerung um rund vier Prozent auf 12,8 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge voraus. Bereits das erste Quartal zeigte einen Zuwachs von starken acht Prozent.

Für das kommende Jahr sind die Experten vorsichtig optimistisch. Für das Jahr 2015 ist ein weiterer Anstieg der Zulassungszahlen um gut fünf Prozent auf 13,5 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge möglich. Voraussetzung dafür sei eine anhaltend positive Wirtschaftsentwicklung in der Eurozone. Mit dem Rückgang der Arbeitslosigkeit dürfte mittelfristig die Pkw-Nachfrage wieder anziehen.

„Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt von 1991 bis 2007 sind in der Krise in den Jahren 2008 bis 2013 allein in den Top-5 Märkten der EU über sieben Millionen Einheiten Absatz ausgeblieben und aufgeschoben worden“, so Kuhnert. Dadurch ist das Durchschnittsalter des Bestandes stark angestiegen. „Wenn diese aufgeschobenen Käufe nur zu dem Teil nachgeholt werden, mit dem auch der Gesamtbestand im Durchschnitt erneuert wird, entsteht in Deutschland ein zusätzliches Absatzpotential von knapp 170.000 Einheiten, in den Top-5 Märkten der EU von insgesamt 780.000 Pkws“, rechnet Kuhnert vor.

In den südeuropäischen Ländern sind die Autos noch deutlich länger auf den Straßen unterwegs als hierzulande. So liegt das Durchschnittsalter in Italien bei gut zehn Jahren. In Spanien sind es knapp elf Jahre und in Griechenland sogar annähernd 13 Jahre.

Die Branchenexperten prognostizieren für Italien für dieses und nächstes Jahr ein Absatzplus von acht Prozent auf 1,4 Millionen Fahrzeuge. Dabei ist allerdings die dramatische Schrumpfung des italienischen Marktes zu berücksichtigen. Denn 2013 war die Nachfrage auf das niedrigste Niveau seit 2013 gefallen.

Auch in Spanien ist dank der staatlichen Verkaufsförderung mit einer Erholung des Absatzmarktes zu rechnen. 2014 könnten rund 780.000 und 2015 knapp 800.000 Autos verkauft werden.

„Die Signale des europäischen Automobilmarktes sind durchaus positiv“, kommentiert Christoph Stürmer, Global Lead Analyst bei PwC Autofacts. Er geht aber davon aus, dass sich einzelne Ländermärkte sehr unterschiedlich entwickeln. Deshalb müsse die Industrie flexibel planen.

Doch auch wenn sich der Pkw-Absatz bis 2015 wie prognostiziert entwickeln sollte, bliebe das Marktvolumen um rund 2,5 Millionen Einheiten unter dem Niveau von 2007.

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PwC / Gabriel Pankow