Norbert Reithofer

Trotz verhaltener Europa-Werte kann BMW-Chef Norbert Reithofer mit dem vergangenen Jahr mehr als zufrieden sein. - Bild: BMW Group

Doch gemessen am Verkaufsvolumen blieb der Münchner Premiumautobauer aber klar an die Spitze.

Die BMW Group lieferte im vergangenen Jahr weltweit 1,85 Millionen Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce aus, was einem Plus von 10,6 Prozent entspricht. Die Premiummarke BMW legte dabei mit einem Plus von 11,6 Prozent überproportional zu und erreichte den Spitzenwert von 1,54 Millionen Fahrzeugen.

Ein wichtiger Erfolgsgarant war für die Münchner der 1er BMW, der um 28,6 Prozent zulegte. Auch der Kompakt-Geländewagen X1 und die 3er Limousine wiesen prozentual zweistellige Wachstumsraten auf. Das höchste Verkaufswachstum mit 31,6 Prozent und insgesamt 491.512 Autos berichteten die Münchner in Asien, vor allem China. In den USA kletterte der Absatz um 13,8 Prozent.

Dagegen war das Wachstum in der größten BMW-Verkaufsregion Europa verhalten. Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen auf vielen Märkten in Folge der Schuldenkrise und der Kaufzurückhaltung der Verbraucher wies Europa lediglich ein mageres Plus von 0,8 Prozent aus. Dabei sorgten nur Russland und Großbritannien für Glanzlichter.

Audi kann besonders in Nordamerika und Asien deutlich zulegen

Die Ingolstädter Audi AG kam im vergangenen Jahr auf ein Absatzwachstum von 11,7 Prozent. Befeuert von starken Zuwächsen in Nordamerika und Asien lieferte das Unternehmen 1,46 Millionen Premiumautos aus. Alleine in China fand Audi Kunden für 405.838 Fahrzeuge, das entspricht einer Zunahme um 29,6 Prozent. Für die USA berichtete die Volkswagen-Tochter ein Verkaufswachstum von 18,5 Prozent. Besonders die Modelle der Oberklasse wie der A6 und A8 gaben hier Auftrieb.

In Europa konnte sich allerdings auch Audi den Auswirkungen der Schuldenkrise nicht entziehen. In Italien und Spanien knickte der Verkauf im zweistelligen Prozentbereich ein und in Frankreich fuhr Audi noch ein mageres Plus von 0,3 Prozent ein. Besser lief es dagegen in Großbritannien, Russland und Deutschland. Auf dem russischen Markt setzten die Ingolstädter 44 Prozent mehr Autos ab. In Deutschland verkaufte Audi 263.163 Fahrzeuge, das waren 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Somit kommt Audi in Deutschland auf den höchsten Marktanteil seiner Geschichte von 8,6 Prozent.

Trotz Absatzrekord fahren die Schwaben der Konkurrenz hinterher

Der Daimler-Konzern erzielte mit seiner Autosparte Mercedes-Benz Cars ebenfalls einen neuen Absatzrekord im vergangenen Jahr: Insgesamt verkaufte der Stuttgarter Premiumwagenhersteller rund 1,42 Millionen Fahrzeuge – ein Plus von 4,5 Prozent. 2012 verkaufte Daimler 1,32 Millionen Fahrzeuge seiner Kernmarke Mercedes-Benz, ein Wachstum von 4,7 Prozent.

“Wir sind mit unserem Absatz im Gesamtjahr 2012 sehr zufrieden. Trotz des schwierigen Marktumfeldes in den südeuropäischen Ländern und zahlreicher Modellwechsel haben wir den Rekordabsatz des Vorjahres übertroffen”, sagte Konzernchef Dieter Zetsche. Kunden hätten vor allem zur B-Klasse und A-Klasse gegriffen.

In den USA erzielten die Stuttgarter mit rund 275.000 verkauften Fahrzeugen wie schon in den beiden Jahren zuvor ein zweistelliges Absatzplus (+11,8 Prozent). In China stieg der Absatz auf Grund von Lieferschwierigkeiten und ineffizienter Vertriebsstrukturen nur leicht um 1,5 Prozent auf rund 197.000 Autos. In Westeuropa war der Verkauf wie bei den Wettbewerbern durch ein schwieriges Umfeld in Südeuropa geprägt. Dennoch erzielte der Konzern hier mit rund 294.000 Fahrzeugen ein leichtes Plus von 1,5 Prozent.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke