Mit dem Beschluss über eine entsprechende einstweilige Verfügung vom 21. August 2013 folgt das Landgericht Stuttgart einem Antrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH).

Dreister Fall von Verbrauchertäuschung

Unter dem Slogan “Vision erfüllt” startete Daimler eine groß angelegte Marketingkampagne für sein neues Flaggschiff, die neue “S-Klasse”. Dabei versprach der Autobauer für alle Modelle der S-Klasse CO2-Emissionen von maximal 213 bzw. 225 g/km und günstige CO2-Effizienzklassen von D bis A. Tatsächlich erreichen die spritdurstigsten Modelle “S 63 AMG 4Matic lang” und “S 63 AMG” jedoch nur die Effizienzklassen “F” und “E”. Die offiziellen CO2-Emissionen dieser Modelle sind mit 242 g/km bzw. 237 g/km erheblich höher als in der Werbung teilweise angegeben. Auch die Spritverbräuche dieser beider Modelle sind höher als von Daimler in den beanstandeten Anzeigen beworben.

“Mit dem Gerichtsbeschluss wird einem besonders dreisten Fall von Verbrauchertäuschung ein Riegel vorgeschoben”, kommentiert DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch die schnelle und klare Entscheidung des Stuttgarter Landgerichts. Indem Daimler in seiner Werbeoffensive die beiden schlechtesten Effizienzklassen “E” und “F” unter den Tisch fallen lasse und die hohen Verbräuche und CO2-Emissionen der beiden AMG Modelle verschweige, habe der Konzern potenzielle Autokäufer und die gesamte Öffentlichkeit hinters Licht geführt.

Daimler hat Werbung bereits geändert

Ein Daimler-Sprecher wies die Kritik zurück. Er gab an, dass bei der Schaltung der monierten Anzeigen die nun kritisierten Motorversionen noch gar nicht bekannt gewesen seien. Die Werbung sei entsprechend geändert worden. Im Internet sei die Änderung der Angaben sofort erfolgt, nachdem die leistungsstärkeren Motortypen verwendet wurden. Die Werbung, die auch in Magazinen erschien, habe aufgrund der langen Vorlaufzeiten nicht mehr geändert werden können.

Alle Beiträge zum Stichwort Daimler

dpa/Guido Kruschke