Volker Lange

Volker Lange: Die Automobilindustrie hat einen ausgezeichneten Auftragsbestand erreicht. - Bild: VDIK

Mit rund 288.000 Neuzulassungen ergab sich im Vergleich zum Juni 2010 ein Minus von 0,3 Prozent, wie der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) am Montag mitteilte. Im gesamten ersten Halbjahr ergab sich mit 1,6 Millionen Neuzulassungen ein Wachstum von 10,5 Prozent zum Vergleichszeitraum.

Mit Blick auf die Juni-Zahlen wies der VDIK auf die hohe Zahl von Feiertagen hin. “Betrachtet man das Ergebnis auf Basis der Arbeitstage, so bleibt auch der Juni mit einem Plus von 10 Prozent im Wachstumstrend der letzten Monate”, heißt es in der Mitteilung. Dieser Trend dürfte sich im Juli und in den Folgemonate fortsetzen.

“Die positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung ist deutlich zu spüren”, kommentierte VDIK-Präsident Volker Lange. “Die Automobilindustrie hat einen ausgezeichneten Auftragsbestand erreicht. Daraus resultieren je nach Marke und Pkw-Segment verschieden lange Lieferzeiten, die wiederum dafür sorgen, dass sich der Wachstumstrend im zweiten Halbjahr fortsetzen wird.”

Neue Höchststände für das Gesamtjahr erwartet

Auch der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, zeigte sich bei einer Pressekonferenz in Berlin für das zweite Halbjahr optimistisch. “Für das Gesamtjahr erwarten wir neue Höchststände beim Pkw-Export und der Produktion”, sagte er. “Auf dem Inlandsmarkt rechnen wir mit über 3,1 Millionen Pkw-Neuzulassungen”, betonte Wissmann. Die jüngsten Zahlen bestätigten den Verband in dieser bereits im Winter abgegebenen Prognose.

Wissmann warnte, die Juni-Zahlen allein sollten “nicht fehlinterpretiert werden”, da im Vergleich zum Vorjahresmonat zwei Arbeitstage weniger zur Verfügung gestanden hätten. Im Durchschnitt von Mai und Juni habe es ein Plus von 10 Prozent gegeben.

Auch Export und Produktion hätten im ersten Halbjahr zugelegt. Der Export erhöhte sich um 6 Prozent auf knapp 2,3 Millionen Pkw und die Produktion um 5 Prozent auf knapp 3,0 Millionen Fahrzeuge. Für das Gesamtjahr rechnete Wissmann mit einem Produktionsvolumen von über 5,9 Millionen Pkw und damit einem neuen Rekordstand.

“Die gute Automobilkonjunktur zeigt sich auch an der um 13.000 Mitarbeiter höheren Beschäftigtenzahl in dieser Schlüsselindustrie”, hob Wissmann hervor. Sorgen äußerte er allerdings über die Preisentwicklung an der Zapfsäule. “Die aktuelle Beruhigung an den Mineralölmärkten können wir noch nicht als Entwarnung werten.

dpa-AFX/Dow Jones Newswires/Guido Kruschke