VDA-Chefin Hildegard Müller

Laut VDA-Chefin Hildegard Müller gibt es für die Branche derzeit keinen Grund zu Feiern. Bild: VDA

| von Werner Beutnagel

"Da haben wir leider keinen Anlass, unsere Prognosen hochzusetzen", sagte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA) vor Journalisten in Frankfurt. "Im Gegenteil, wenn die Corona-Entwicklung jetzt so weitergeht, merken wir eher, dass die Menschen doch wieder stark verunsichert sind. Und nicht nur wir merken das im Käuferverhalten, sondern andere Branchen ja auch."

Derzeit rechnet der VDA für Europa mit einem Rückgang des Automarktes in diesem Jahr von 25 Prozent, in den USA von 18 Prozent und in China von zehn Prozent. Auch die Zulieferer stünden weiter vor Problemen. "Zwei Drittel glauben vor 2022 nicht an eine Erholung", sagte Müller unter Verweis auf eine Verbandsumfrage. Jeder zehnte Zulieferer gehe sogar davon aus, dass es bis weit ins Jahr 2023 Belastungen geben werde.

"Ich finde, momentan ist die Stimmung besser als die Lage", schätzte Müller die wirtschaftliche Situation in der Bundesrepublik ein. Unter anderem nannte sie steuerliche Rahmenbedingungen und Infrastrukturprobleme als Hemmschuh. "Wir glauben, dass all diese Steuereinnahmen, die all das möglich machen, was wir uns an gesellschaftlicher Transformation, an gesellschaftlichem Zusammenhalt und anderem wünschen, dass die vom Himmel fallen. Aber da steckt Arbeit und Wertschöpfung dahinter, und diese Wertschöpfung muss man auch erhalten können."

Vom gewählten US-Präsidenten Joe Biden verspricht sich Müller zumindest neue Verhandlungen. "Der VDA setzt darauf, dass die EU-Kommission und der neue US-Präsident schnell Gespräche aufnehmen, um einen gemeinsamen Neustart in der Handelspolitik zu vereinbaren", sagte sie. Ziel des VDA sei, Zölle auf beiden Seiten vollständig abzubauen. Die Verbandschefin warnte aber vor zu hohen Erwartungen. "Wir sollten uns nichts vormachen, die USA werden ihre Interessen durchsetzen."

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