Diesel-Umrüstung bei VW

Die Umrüstung und der Rückruf von manipulierten Dieselfahrzeugen in den USA erweisen sich für VW als "erheblich langwieriger und technisch anspruchsvoller" als angenommen. Bild: Volkswagen

| von Andreas Karius

Im dritten Quartal rutschte der Nettogewinn im Jahresvergleich um über die Hälfte auf 1,14 Milliarden Euro ab, wie der Dax-Konzern am Freitag (27. Oktober) in Wolfsburg mitteilte. Ende September hatte VW bekanntgegeben, dass Verzögerungen bei dem ohnehin schon kostspieligen Programm noch einmal viel Geld kosten würden - den Betrag bezifferte VW nun auf 2,6 Milliarden Euro. Das Vorhaben erweise sich als "erheblich langwieriger und technisch anspruchsvoller" als angenommen, hieß es. Damit stieg die Rechnung für die Bewältigung der Abgaskrise auf über 25 Milliarden Euro.

Ansonsten lief es aber weitgehend rund bei VW. Die Wolfsburger machten von Juli bis September 55 Milliarden Euro Umsatz, 5,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das um Sonderkosten bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte um 15,1 Prozent unerwartet kräftig auf 4,32 Milliarden Euro. Bei der Prognose wird Finanzchef Frank Witter nun optimistischer - Sonderkosten ausgeklammert. Nun strebt der weltgrößte Autobauer eine operative Umsatzrendite moderat über 7 Prozent an. Vorher galt die Richtschnur von 6 bis 7 Prozent, allerdings ohne den Zusatz "vor Sondereinflüssen".