Daimler-Studie F 015 Luxury in Motion

Daimler-Studie F 015 Luxury in Motion: Der Autobauer will den Fokus seiner Entwicklungsarbeit beim Autonomen Fahren darauf ausrichten, "Dilemma-Situationen" gänzlich zu vermeiden. Bild: Daimler

| von Andreas Karius

Was soll ein autonom gesteuertes Auto tun, wenn eine Kollision unvermeidlich ist? In eine Gruppe von Fußgängern steuern, deren Tod in Kauf nehmen und so den Fahrer retten oder gegen eine Wand fahren und so den Fahrer opfern? Um Antworten auf solche schwierigen Fragen ringen Wissenschaftler, Philosophen und Rechtsexpertenin Zusammenhang mit dem Autonomen Fahren. Mittlerweile beschäftigt sich sogar eine Ethikkommission mit dem Thema. 

In einem Interview auf dem Pariser Autosalon hatte ein Daimler-Abteilungsleiter Medienberichten zufolge umstritten Äußerungen zu der Thematik geliefert. Der Ingenieur Christoph von Hugo hatte gegenüber dem US-Magazin Car and Driver die Ansicht vertreten, im Zweifel solle immer der Fahrer geschützt werden, da man in derartig komplexen Situationen nur so sicherstellen könne, dass überhaupt jemand gerettet werden könne. "Wenn man zumindest eine Person retten kann, dann muss man sie retten. Rette die Person im Auto", zitiert das Magazin von Hugo.

Nun stellt der Autobauer klar: Weder Programmierern noch automatisierten Systemen stehe eine Abwägung über Menschenleben zu. "Zum Thema 'Dilemma-Situationen' beim Autonomen Fahren wurden Aussagen von Daimler, die während des Autosalons in Paris gemacht wurden, verfälscht wiedergegeben", teilte Daimler mit. Für Daimler stehe fest, dass weder Programmierern noch automatisierten Systemen eine Abwägung über Menschenleben zusteht. "Der Fokus unserer Entwicklungsarbeit liegt darauf, Dilemma-Situationen gänzlich zu vermeiden, indem beispielsweise die Fahrzeuge auf eine entsprechend risikoarme Fahrstrategie ausgelegt werden."

 

Keinesfalls habe Daimler bereits eine Entscheidung zu Gunsten der Fahrzeuginsassen getroffen, sondern halte weiterhin an dem Grundsatz der möglichst hohen Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer fest. "Eine Entscheidung für einen Menschen und damit gegen einen anderen ist in Deutschland rechtlich nicht zulässig", so Daimler in der entsprechenden Pressmitteilung. Auch in anderen Ländern gebe es ähnliche Auffassungen.

Um diese Fragen von Recht und Ethik langfristig zu klären, brauchen wir einen breiten und internationalen Diskurs. Nur so bekommen wir ein umfassendes Bild und fördern die Akzeptanz für die Ergebnisse. Wir als Hersteller werden das umsetzen, was der jeweilige rechtliche Rahmen und das gesellschaftlich Akzeptierte gestatten. 

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