Opel_Verkauf_PSA

Entwirft ein düsteres Zukunftsszenario für Opel unter PSA-Führung: Professor Ferdinand Dudenhöffer. Bild: Archiv

Egal was PSA-Chef Carlos Tavares mit Kanzlerin Angela Merkel zum Politikum eines möglichen Kauf der Opel / Vauxhall-Gruppe von General Motors bespricht und verspricht, für den Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer ist der Weg den die deutsche Traditionsmarke unter dem neuen Eigner aus Frankreich nehmen wird so klar wie düster: „Tavares kauft sich mit Opel/Vauxhall einen Marktanteil von acht Prozent zu einem niedrigen Preis,  dann wird er Opel/Vauxhall bis auf die Markenhülle aushöhlen“, sprich: von Opel werde nicht viel mehr als der Blitz am Kühler bleiben. Um die Absichten von PSA zu entschlüsseln, müsse man sich nur anschauen, wie der Konzernchef Carlos  Tavares die Marken Peugeot, Citroen und DS, die angebliche neue Premiummarke, führe.

So gebe es im PSA-Konzern keine Markenwerke, sondern nur Konzernwerke, in denen alle Produkte aller Konzernmarken gefertigt werden. Für Opel hieße das nach einer Übergangszeit eine vollständige Eingliederung in den PSA-Produktionsverbund. Die zentrale Produktionsleitung sitzt dann in Paris, für Rüsselsheim bleibe dann noch einen Werksleiter wie eben in allen anderen Produktionswerken, aber keinen Überbau mehr. Wie viele Werke man im Verbund braucht, werde aus Paris diktiertt. Ob dann etwa ein Motorenwerk Kaiserslautern oder Produktionswerk Eisenach ohne eigenen Karosseriebau gebraucht wird, sei schwer zu sagen:  „Klar ist, die Kapazitäten von Opel und PSA sind in Europa eher zu groß. Die Unsicherheiten in Eisennach und Kaiserslautern sind über Nacht hochgeschossen.“

Zudem mache eine Eingliederung nur dann  Sinn, wenn auch der Einkauf zu 100 Prozent Teil des PSA-Verbundes werden. Gerade im Einkauf dürfte ein hohes Einsparpotential durch zentralen Einkauf gesehen werden, und natürlich dann auch mit deutlich weniger Mitarbeitern. Damit dürfte der Verwaltungsbereich Rüsselsheim deutlich leiden und verkleinert werden. Das Szenario, dass der Einkauf nach Paris wandert hat nach Dudenhöffers Einschätzung „hohe Eintrittswahrscheinlichkeit“.

Der Autoexperte verweist auch darauf, dass Tavares bei Peugeot-Citroen die lange Historie eigenständiger Vertriebseinheiten aufgelöst. Ähnliches drohe Opel unter PSA-Führung, ebenso obsolet werde das zentrale Marketing.

Ein Drittel der Jobs in Rüsselsheim gefährdet

Dudenhöffers Fazit fällt düster aus für die Opel-Beschäftigten und die Marke: wandern  zentraler Vertrieb, zentrales Marketing und etwa die Motorenentwicklung und weitere Teile in der Serien- oder Plattformentwicklung nach Paris – und nur dann mache ein Kauf für PSA Sinn – dann dürfte mindestens ein Drittel der 14.200 Jobs in Rüsselsheim entfallen. Opel wäre letztlich nichts anderes mehr als eine Importmarke in Deutschland.