Ferdinand Dudenhöffer breit

Ferdinand Dudenhöffer glaubt, dass die Wertstabilität von Neuwagen in Deutschland zusehends schlechter wird. Bild: dpa/kru

“Der Trend im deutschen Automarkt zu steigenden Rabatten bleibt ungebrochen”, sagt Dudenhöffer, Direktor des CAR-Center Automotive Research an der Uni Duisburg-Essen. So zeigt die neueste Auswertung der Daten des CAR Rabatt-Indexes, dass die Nachlässe im Februar wieder deutlich gestiegen sind. So wurde im Februar 2015 der zweithöchste Februar-Wert seit dem Jahr 2010 gemessen.

Während früher die Importeure für hohe Rabatte standen, so Dudenhöffer, werden zusehends die deutschen Marken wie etwa VW-Modelle mit Preisnachlässen um die 20 Prozent bei Internetvermittlern angeboten. Damit nicht genug: Zusätzlich existiert ein großes Angebot an Aktion- und Tageszulassungen. Die Folge: Die Erträge der Autobauer im früher ertragreichen deutschen Automarkt sinken.

Kunden haben sich an Rabatte gewöhnt

Dass Rabatte kaum zurückdrehbar sind, selbst wenn Nachfolgemodelle in dem Markt kommen, wird laut dem Autoexperten am Beispiel Opel deutlich. Der Rüsselsheimer Autobauer brachte den Corsa im Auslaufprogramm des Vorgängermodells mit hohen Nachlässen und Eigenzulassungen in den Markt. Jetzt zeige sich, dass diese Spirale kaum zurück gedreht werden kann: So wird der aktuelle Corsa bei Internetvermittlern mit 22 Prozent Nachlass auf den Listenpreis angeboten. Auch der Vertragshandel inseriert den Kleinwagen bereits mit rund 20 Prozent Rabatt.

Die Gewöhnung der Verbraucher an immer mehr Tageszulassungen und billige Leasingrückläufer von Mitarbeitern der Autobauer, lasse sich immer schlechter beherrschen. Dudenhöffer sagt: “Neuwagen, wie etwa der VW Golf, schaffen es nicht länger, ohne hohe Rabatte vermarktet zu werden.” Das sei eine bedenkliche Entwicklung, denn sie mache viele Effekte der Einsparungsprogramme der Autobauer zunichte.

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Gabriel Pankow