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Die aktuellen Personalquerelen bei ZF sieht Ferdinand Dudenhöffer als "tiefgreifende negative Einschnitte in das Unternehmen ZF". Bild: ZF

| von Andreas Karius

ZF drohe langfristig wettbewerbsschwach zu werden, so der Präsident des CAR-Center Automotive Research in Essen in einer kurzen Stellungnahme. "Der Bürgermeister eines beschaulichen Städtchen am Bodensee quasi als Besitzer eines Weltunternehmens zeigt eine falsche und gefährliche Machtverteilung bei der Eigentümerstruktur", konstatiert Dudenhöffer.

Das Problem von ZF sei das Management von öffentlichem Kapital, sprich der Stiftung. Es sei zwar gut, dass Friedrichshafen eine kapitalkräftige Stiftung wie die Zeppelin Stiftung habe, aber schlecht, dass die Stiftung ihr gesamtes Vermögen auf das Unternehmen ZF setze.

Kein Schalterbeamte einer Sparkasse würde seinem Kunden empfehlen, sein gesamtes Aktiendepot mit nur einem Unternehmenspapier zu füllen, so Dudenhöffer - genauso gehe die Stiftung aber vor. "An der Krupp-Stiftung sieht man, in welche Probleme Stiftungen durch eine solche laienhafte Vermögensanlage kommen", urteilt der Branchenexperte. Richtig wäre seiner Ansicht nach, dass die Zeppelinstiftung einen Teil von ZF an die Börse bringt und das Stiftungsvermögen in ein Portfolio von unterschiedlichen Unternehmen und Anlagen investiert wird. "Damit wäre das Einkommen der Stiftung abgesichert und ein Weltkonzern würde nicht vom Gusto eines Bürgermeisters eines beschaulichen Städtchens abhängen."