Donald Trump

Donald Trump auf einer Wahlkampfveranstaltung in Phoenix, Arizona: Probleme für Unternehmen ohne US-Werke, eine Bremse für Mexikos Autoboom und den Klimaschutz und Elektroautos sind mögliche Auswirkungen, die Autoexperte Dudenhöffer nach Trumps Wahlsieg prophezeit. Bild: Gage Skidmore/Flickr/CC BY-SA 2.

Erstes klares Fazit des Autoexperten aus Trumps Wahlsieg: Es wird schwerer für Nicht-US Unternehmen, in den USA zu verkaufen, weil voraussichtlich versuchen werde, Handelshemmnisse aufzubauen, wie er es seinen Wählern im "Rust Belt" rund um Detroit versprochen hat.

Dadurch befänden sich Autobauer mit US-Fabriken auf der Gewinnerseite. GM, Ford und Fiat-Chrysler werden klar profitieren, so Dudenhöffer. Allerdings wären nicht alle deutschen OEM auch große Verlierer - auch BMW und Daimler haben wichtige Werke in den USA. Anders schätzt Dudenhöffer die Lage beim VW-Konzern ein, der eher Werke außerhalb der USA in Mexiko oder Südamerika hat. Für den VW-Konzern wäre es jetzt sehr wichtig, die Dieselgate-Themen bis Frühjahr 2017 „unter Dach und Fach“ zu haben, erklärt Dudenhöffer. Ein mögliches Problem sieht er auf Audi mit seinen 3,0-Liter-Motoren und den neuen Vorwürfen bei Benzinmotoren zukommen.

Toyota, Honda, Nissan sind in den USA gut mit Werken vertreten. Schwer werde es bei Handelshemmnissen für Volvo, Jaguar-Landrover, Mazda und Mitsubishi, prophezeit Dudenhöffer. "Auch für den VW-Konzern wären Handelshemmnisse nicht leicht", erklärte Dudenhöffer.

Auch Mexiko, das seit 5 Jahren einen regelrechten Produktionsboom erlebt, könnte ausgebremst werden, wenn Trump seine Vorhaben in die Tat umsetzt und das NAFTA-Abkommen ändern würde, so der CAR-Chef. Laut bisherigen Prognosen sollten bis 2025 gut 5 Millionen Autos in Mexiko gebaut werden. "Die Ausrichtung von Trump wäre dann ganz klar Detroit und dem Rust Belt zu sagen, ihr habt mich gewählt – und ihr baut in Zukunft die Autos für die Amerikaner", so Dudenhöffer. Allerdings sieht er dies eher als mittelfristigen Effekt.

Außerdem sei unter Trump damit zu rechnen, dass Klimaschutz hintangestellt werde, was eine große Bremse für das Elektroauto in USA und damit natürlich auch für Tesla wäre. USA könnte geteilt werden in Kalifornien-Klima und den Rest, dem alten Amerika mit dicken V8 Motoren, erklärte Dudenhöffer. In Silicon-Valley könnte der technologische Fortschritt damit gebremst werden. "Das wäre die große Chance für die Chinesen."