Dürr-Vorstandschef Ralf Dieter kann sich über eine positive Geschäftsentwicklung freuen. (Bild:

Dürr-Vorstandschef Ralf Dieter kann sich über eine positive Geschäftsentwicklung freuen. (Bild: Dürr)

Der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr hat nach starker Geschäftsentwicklung im dritten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben. Im Vorjahr hatte der Spezialist für Lackierereien und Endmontagewerke in der Autoindustrie die Monate Juli bis September noch mit Verlust abgeschlossen. Zugleich hob das im SDAX notierte Unternehmen aus der Nähe von Stuttgart bei Vorlage der Zahlen am Mittwoch seine Prognose für das Gesamtjahr an.

Beim Auftragseingang erwartet die Dürr AG nunmehr ein Plus zwischen 15 Prozent und 20 Prozent, nachdem bislang mindestens 15 Prozent Wachstum geplant waren. Den Umsatz will das Unternehmen um neun Prozent bis zwölf Prozent steigern. Zuvor hatte die Prognose hier noch auf mindestens sieben Prozent gelautet. Das Ergebnis nach Steuern werde voraussichtlich leicht positiv ausfallen, hieß es.

Gestützt von einer Erholung im Maschinenbaugeschäft und bei Services hat Dürr im dritten Quartal 336,6 (Vorjahr: 241,5) Millionen Euro umgesetzt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte auf 13,2 Millionen Euro von 1,5 Millionen Euro. Unterm Strich verdiente der Anlagenbauer 3,4 Millionen Euro, nachdem an dieser Stelle im Vorjahr noch ein Verlust von 7,9 Millionen Euro zu Buche gestanden hatte. Der Auftragsbestand stieg zum 30. September 2010 gegenüber dem Vorjahresstichtag um 330,1 Millionen Euro auf 1,26 Milliarden. Dies entspricht rechnerisch gut einem Jahresumsatz.

China ist weiterhin der mit Abstand wichtigste Einzelmarkt für Dürr. Seit Jahresbeginn erhielt die Gesellschaft dort Aufträge im Volumen von 376 Millionen Euro – das ist mehr als ein Drittel des Auftragseingangs. Auch in Brasilien und Indien habe sich die Auftragslage erfreulich entwickelt. In Summe stammen über 60 Prozent des Bestellvolumens aus den aufstrebenden Märkten in Asien, Osteuropa und Lateinamerika.

Erstmals seit Ausbruch der Wirtschaftskrise hat sich die Belegschaft im Gesamtkonzern vergrößert; zum Ende des dritten Quartals wuchs sie auf 5.825 Personen. Allein in China seien seit Jahresbeginn 130 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt worden. In Deutschland, wo zurzeit 2.940 Mitarbeiter beschäftigt sind, werden wieder Einstellungen in moderatem Umfang vorgenommen.

Dürr beabsichtigt, seine im September platzierte neue Anleihe noch im vierten Quartal um 50 Millionen bis 75 Millionen Euro aufzustocken. Der Ausgabekurs werde dabei an die aktuellen Kapitalmarktverhältnisse angepasst. Die Erlöse aus der Aufstockungstranche sollen vor allem für den Ausbau des Geschäfts mit Umwelt- und Energietechnik verwendet werden.

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