Daimler Stern breit

In Stuttgart glaubt man weiterhin an die gesteckten Ziele und belässt die Prognose unberührt. Erst im April hatte der Konzern den Ausblick für das Jahr gekappt. - Bild: Daimler

Nach vorläufigen Zahlen standen vor Zinsen und Steuern (Ebit) 5,2 Milliarden Euro in den Büchern, wie der Dax-Konzern am Freitag in Stuttgart mitteilte.

Dabei profitierte Daimler merklich vom Verkauf der milliardenschweren EADS-Anteile – die Schwaben beziffern den positiven Effekt auf 3,2 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das operative Ergebnis bei rund 2,3 Milliarden Euro gelegen. Ohne EADS wären es aktuell lediglich gut 2,1 Milliarden Euro gewesen. Der Umsatz wuchs leicht auf 29,7 Milliarden Euro, nach 28,9 Milliarden Euro im Vorjahresquartal.

Analysten zeigen sich überrascht

An der Börse setzte sich die Daimler-Aktie am Freitag mit einem Plus von mehr als fünf Prozent auf 52,09 Euro an die Spitze des Dax. Das ist der höchste Kurs seit Ende 2007. Analysten sind überrascht und begeistert zugleich: “Diese Zahlen sind wirklich deutlich besser als erwartet”, fasste Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler die Stimmung zusammen. Am 24. Juli wollen die Schwaben ihre endgültigen Zahlen für das zweite Quartal vorlegen.

Schon in der Bilanz für 2012 hatte der Verkauf von EADS-Anteilen den Konzern vor einem Gewinnrückgang bewahrt. Künftig kann Daimler daher allerdings nicht mehr auf solche Sondereffekte setzen: Die Schwaben haben Mitte April dieses Jahres alle verbleibenden Anteile an der Airbus-Mutter abgestoßen.

Ergebnisrückgang in der wichtigen Autosparte

In der wichtigen Autosparte verbuchte Daimler nach den vorläufigen Zahlen mit rund einer Milliarde Euro operativ einen Ergebnisrückgang. Im Vorjahreszeitraum hatten für Mercedes-Benz Cars noch gut 1,3 Milliarden Euro in den Büchern gestanden. Auch bei den Lastwagen und in der Finanzsparte ging das Ergebnis vor Zinsen und Steuern zurück.

Der Konzern hinkt schon länger sowohl beim Absatz als auch beim operativen Gewinn der Konkurrenz Audi und BMW hinterher und erhofft sich mit einer massiven Modelloffensive den nötigen Schwung, um an die Spitze der Premium-Autobauer zu gelangen. Gerade im zweiten Halbjahr, so hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche immer wieder angekündigt, werden sich die Verkäufe der neuen E- und S-Klasse positiv auswirken.

In den Ergebnissen der einzelnen Geschäftsfelder sind allerdings zum Teil negative Sondereffekte enthalten: Das laufende Umbauprogramm des Autobauers schlug beim Truck-Geschäfts negativ mit 82 Millionen Euro zu Buche, in der Bussparte waren es 20 Millionen Euro. Die Busgeschäft verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal allerdings deutlich: Hier meldete Daimler einen operativen Gewinn von 27 Millionen Euro – nach einem Minus 57 Millionen Euro im Vorjahr.

Schwaben halten an ihrer Jahresprognose fest

An der Prognose für das laufende Jahr hält Daimler den Angaben zufolge weiter fest. Zuletzt rechnete der Autobauer beim operativen Ergebnis mit einem Wert unter dem des Vorjahres.

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dpa/Dow Jones Newswires/Guido Kruschke