Automobilzulieferer Bosch

Nach der sehr guten Entwicklung der vergangenen Jahre dürfte sich das Marktwachstum der Zuliefererindustrie in den kommenden zwei Jahren abschwächen. – Bild: Bosch

Vor allem das Geschäft in den Bereichen Antriebsstrang und Reifen mit EBIT-Margen von acht Prozent und mehr sei besonders profitabel. Doch nach der sehr guten Entwicklung der vergangenen Jahre dürfte sich das Marktwachstum der Zuliefererindustrie in den kommenden zwei Jahren abschwächen, die Unsicherheit auf den internationalen Märkten hingegen zunehmen, wie es in einer Mitteilung der Unternehmen heißt. Das ist das Ergebnis der neuen “Global Automotive Supplier Study 2014″, einer Analyse, die Roland Berger Strategy Consultants und die Investment Bank Lazard gemeinsam vorlegen. Darin steht auch, dass der globale Markt für Fahrzeugkomponenten bis 2020 voraussichtlich trotzdem auf rund 800 Milliarden Euro anwachse – dies entspricht einer Steigerung des Marktvolumens um 125 Milliarden Euro gegenüber heute.

Wie es weiter heißt, verlangsame sich 2015 das Wachstum, Volatilität und Unsicherheit der Märkte nehmen zu – Strukturwandel durch Verschiebung globaler Nachfrage, Verlagerung von Produktions- und Entwicklungsstandorten nach Asien sowie neuer Technologien – Zulieferer sollten auf Effizienzsteigerungspotenziale fokussieren, gleichzeitig ihre Flexibilität entlang der Wertschöpfungskette beibehalten und ihre Strategie kontinuierlich an die neuen Marktanforderungen anpassen. Doch je nach Marktsegment und Region gibt es Unterschiede: So erreichen die Zulieferer in den Bereichen Antriebsstrang und Reifen zurzeit die höchste Profitabilität von etwa acht Prozent und mehr. Demgegenüber falle das Interieurgeschäft mit einer EBIT-Marge von nur fünf bis sechs Prozent deutlich ab. Wie aus der Studie hervorgeht, werde die Volatilität der Märkte im kommenden Jahr das internationale Wachstum der Automobilindustrie bremsen. Demnach dürfte die Zahl der verkauften Pkws in Europa auf relativ niedrigem Niveau verharren und in den NAFTA-Ländern eher moderat zunehmen. Länder wie Japan müssen sogar mit einem Rückgang der Verkaufszahlen rechnen. Potenzielles Wachstum könnte es – nach schwierigen Jahren 2013 und 2014 – in Märkten wie Indien, Brasilien oder Russland geben. Obwohl das Margenniveau der Gesamtindustrie auch nächstes Jahr gut sein wird, steigt das Risiko für einzelne Firmen, dass ihre Gewinnmargen schrumpfen. “Unternehmen sollten sich auf dieses neue Szenario entsprechend vorbereiten”, rät Roland Berger-Partner Marcus Berret.

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Roland Berger/fu