Leoni-Zentrale in Nürnberg

Leoni verdient in diesem Jahr nicht so viel wie ursprünglich geplant. – Bild: Leoni

“Wir verfolgen drei Ziele: In attraktiven Märkten unsere Geschäfte ausbauen, die Marge steigern und Synergien innerhalb der Organisation heben”, erklärt Frank Hiller, der seit dem 1. Juli 2014 im Leoni-Vorstand für den Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions (WCS) verantwortlich ist. In den nächsten drei bis vier Jahren solle ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag gehoben werden, sagte der Spartenchef am Freitag in Nürnberg.

Um die Profitabilität der Sparte WCS zu steigern, hat Leoni das “Effizienzprogramm WCS on Excellence” aufgelegt. Die Bereiche Einkauf, Technologie, Produktion und Vertrieb sind von den Maßnahmen betroffen. Ab 2016 soll dadurch die EBIT-Marge der Division auf 7 Prozent steigen ? analog zum Ziel der Leoni-Gruppe. Einen Stellenabbau werde es dabei nicht geben, betonte Hiller. Er wolle die einzelnen Abteilungen der Sparte, die vor allem durch Zukäufe entstanden seien, besser verzahnen und die Bereiche zentraler steuern. Unter anderem soll der Einkauf neu geordnet werden, außerdem müssten die weltweit 60 Standorte ihre Erfahrung in der Produktion stärker austauschen. Lange hätten die einzelnen Teile weitgehend nebeneinander gestanden – nun sollten die Abteilungen stärker integriert werden, sagte Hiller.

Darüber hinaus sollen in der nächsten Dekade die Erträge in den Regionen Amerika und Asien/Pazifik überproportional wachsen. Um dieses Ziel voranzutreiben wurden laut Leoni hierfür eigene Verantwortlichkeiten geschaffen. Langfristig sieht der Plan vor, dass die Umsatzanteile der beiden außereuropäischen Regionen zusammen von derzeit 39 Prozent auf deutlich mehr als 50 Prozent steigen. Die Globalisierung außerhalb des Automotive-Bereichs der WCS soll dabei auch über den Zukauf von Unternehmen gelingen.

Abgesehen davon will der Bordnetzspezialist sein Geschäft laut Pressemitteilung in “zukunftsträchtigen Bereichen ausbauen.” Dazu zähle neben der Autoindustrie unter anderem die Bahntechnik, das Gesundheitswesen und die Robotik. Damit setze man die Entwicklung zum Anbieter von Kabelsystemen und zugehörigen Dienstleistungen fort.

Wenige Wochen zuvor hatte Leoni eine Gewinnwarnung ausgegeben. Der Grund sind neue Projekte, die Anlaufschwierigkeiten haben. Der Bedarf an neuen Mitarbeitern ist dort höher als gedacht, daher fallen auch die Kosten höher aus.

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Gabriel Pankow / Quellen: dpa-AFX, Leoni