Rainer Einenkel

Der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel will vor allem den geplanten Jobabbau der Arbeitnehmervertreter nicht mittragen. - Bild: kg

Der Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel bekräftigte am Freitag seine Ablehnung des zwischen IG Metall, Gesamtbetriebsrat und Opel gefundenen Kompromisses.

Vor allem den geplanten Jobabbau will der Arbeitnehmervertreter nicht mittragen: Bis 2016 sollten in Bochum mindestens 2500 Arbeitsplätze ersatzlos gestrichen werden, folgert er aus dem “Mastervertrag Drive! 2022″. Ab 2015 sei das auch mit betriebsbedingten Kündigungen möglich, wozu noch Einzelheiten zur tariflichen Schlichtungsstelle zu regeln seien.

Einenkel moniert fehlende Zusagen des Managements

Einenkel machte klar, dass der Bochumer Betriebsrat etwaigen Entlassungen nicht zustimmen werde. Gleichzeitig monierte er fehlende Zusagen Opels zur weiteren Entwicklung der Produktion in Bochum wie auch in den anderen Werken. Dazu gehörten Details zur geplanten Komponentenfertigung nach dem Auslaufen der Pkw-Produktion. Ganz außen vor blieben tausende Beschäftigte im Ruhrgebiet, deren Betriebe und Arbeitsplätze von Opel-Bochum abhängig seien.

Am 28. Februar hatten Opel und Arbeitnehmervertreter ihre grundsätzliche Übereinkunft geschlossen, die unter anderem das Ende der Bochumer Autoproduktion enthält, dort aber rund 1200 Arbeitsplätze erhalten will. Zahlreiche Details sollen noch über einen Tarifvertrag geregelt werden. Die Arbeitnehmer sollen zudem bis 2016 ihre jeweiligen Tariferhöhungen bis zum Inkrafttreten des nächsten Tarifvertrags dem Unternehmen stunden.

Deutliche Kritik am Gesamtbetriebsratschef

Einenkel kritisierte erneut Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug. Dieser habe schon von einem Abschluss gesprochen, als die anderen Betriebe und ihre Betriebsräte die Vereinbarung noch gar nicht kannten. In einem Interview mit der Zeitung “Junge Welt” äußerte er den Verdacht, Schäfer-Klug wolle den eigenen Standort Rüsselsheim sichern. Die Vertragsklausel, nach der Belegschaften auf sich allein gestellt würden, die die Vereinbarung ablehnen, sei “Spaltung pur”».

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dpa/Guido Kruschke