BYD E6 Elektroauto

BYD als Perle der chinesischen Automobilindustrie? Doch Realität hat den Elektro-Autobauer schon längst eingeholt. - Bild: BYD

Wie Handelblatt Online meldet, setze BYD mit 500.000 statt 800.000 Wagen bereits im vergangenen Jahr insgesamt viel weniger Autos ab, als ursprünglich angepeilt waren. Auch im ersten Quartal 2011 hat sich die Lage nicht entspannt.

Von Januar bis März hat BYD 27,5 Prozent weniger Autos verkauft. Und auch im Mai war für BYD keine Besserung in Sicht. Dass gleichzeitig auch noch das Kerngeschäft mit Batterien und Handybauteilen unter Druck geriet, machte die Lage nicht besser. Die heute veröffentlichte Bilanz für das erste Quartal ist entsprechend ernüchternd: BYDs Gewinn ist um 84 Prozent eingebrochen.

Große Expansionspläne

Auf der Automesse in Genf gab sich BYD im Gespräch mit Handelsblatt Online indes noch kämpferisch. Von Problemen wollte Exportchef Henry Li da nicht sprechen, vielmehr von “Herausforderungen.” Und zwar vor allem auf Vertriebsseite. Technik? Produkt? Da sah Li keine Probleme. Den Verkaufsstart in Europa hatte er für das 4. Quartal 2012 angekündigt, in den USA wolle BYD früher an den Start gehen.

Doch die großen Expansionspläne haben die Anleger bislang kaum beeindruckt. Laut dem Wall Street Journal haben die Papiere von BYD an der Hongkonger Börse 70 Prozent ihres Wertes seit dem Allzeithoch im Oktober 2009 verloren – und allein in diesem Jahr hat die Aktie 38.7 Prozent nachgegeben. William Russo von der Unternehmensberatung Synergistics hat dafür eine Erklärung: “BYD fehlt ein kontinuierlicher Zustrom neuer Produkte, mit denen das Unternehmen auf seine anfänglichen Erfolge hätte aufbauen können. Sie haben zu viel versprochen und zu wenig geliefert.”