Stefan Wolf

Dr. Stefan Wolf: ElringKlinger wird auch weiter eine aktive Rolle bei der Konsolidierung der Branche spielen wollen. - Bild: ElringKlinger

Dank boomender Autokonjunktur und Zukäufen wird der Autozulieferer aus Dettingen an der Ems nach Expertenmeinung im laufenden Jahr seinen Wachstumskurs fortsetzen.

Zwar dürfte die Übernahme des Flachdichtungsgeschäfts der Freudenberg-Gruppe wie angekündigt zunächst die Margen drücken. Angesichts der boomenden Autokonjunktur kann dieser Effekt das auf Dichtungen, Hitzeschilde und Kunststoffteile spezialisierte Unternehmen aber kaum bremsen. Die im MDAX notierte Gesellschaft will am 12. Mai seine Bilanz vorstellen.

Die sieben von der Finanz-Nachrichtenagentur befragten Analysten erwarten im Schnitt einen Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent auf 233 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) dürfte um 10,5 Millionen Euro auf knapp 33 Millionen Euro gestiegen sein. Unter dem Strich erwarten die Experten 20,5 Millionen Euro, nach 13,6 Millionen Euro im Vorjahr.

Als Grundlage für den erwarteten Wachstumsschub verweisen die Analysten auf den Auftragseingang im vierten Quartal 2010. Zudem sei das erste Quartal in der Autobranche traditionell ein starker Produktionszeitraum, in dem üblicherweise 26 Prozent der Fahrzeuge hergestellt werden, schreibt Tobias Schmidt vom Analysehaus Steubing in einer Studie. Positiv dürfte sich zusätzlich die steigende Nutzfahrzeugnachfrage niederschlagen: Schmidt rechnet mit einer Auslastung von mehr als 85 Prozent in dem lukrativen Geschäftsbereich.

Nach Meinung von Analyst Christian Ludwig vom Bankhaus Lampe dürfte der Zukauf aus der Freudenberg-Gruppe den Umsatz im ersten Quartal um 12,5 Millionen Euro nach oben treiben. Er rechnet aber mit einem negativen Einfluss auf das Ergebnis. Die bisherige Prognose findet Ludwig, wie viele seiner Kollegen, zu konservativ. Spätestens im Sommer zur Halbjahresbilanz dürfte der Ausblick seiner Ansicht nach angehoben werden.

Nach Aussagen von Konzernchef Stefan Wolf sollen die Erlöse in diesem Jahr organisch um fünf bis sieben Prozent steigen und stärker zulegen als der Branchendurchschnitt. Zusätzlich erwartet Wolf einen Umsatz von rund 49 Millionen Euro aus dem Freudenberg-Geschäft. Ab dem zweiten Halbjahr dürften weitere Erlöse durch die schon eingeleitete Übernahme der Hug-Gruppe hinzukommen. Hug ist auf Abgasreinigungsanlagen wie Katalysatoren und Dieselpartikelfilter spezialisiert und kommt auf einen Jahresumsatz von rund 46 Millionen Euro. Wolf hat angekündigt, auch weiter eine aktive Rolle bei der Konsolidierung der Branche spielen zu wollen.

Das Konzern-EBIT soll 2011 um 15 bis 25 Prozent zulegen. Das noch weniger profitable Freudenberg-Geschäft soll bis zum Jahresende auf eine operative Marge von zehn Prozent getrimmt werden. Wegen der noch geringeren Profitabilität des zugekauften Geschäfts erwartet der Unternehmenschef im Gesamtjahr einen leichten Rückgang der im vergangenen Jahr erzielten operativen Marge von 14,6 Prozent.

dpa-AFX/Guido Kruschke