Welche Fahne kommt ion welche Gruppe: bei VW ist heute eine erste große Runde zum Konzernumbau.

Welche Fahne kommt ion welche Gruppe: bei VW ist heute eine erste große Runde zum Konzernumbau. Bild: VW

Unmittelbar nach dem überstandenen Machtkampf mit Ferdinand Piech kündigte Martin Winterkorn einen Umbau der Struktur im 12-Marken-Reich des Wolfsburger Autokonzerns an. Nach dem rasanten Wachstum der vergangenen Jahre, halten viele Experten wie etwa Ferdinand Dudenhöffer das Auto-Riesenreich mit weltweit 600.000 Mitarbeitern und 119 Produktionsstätten in den jetzigen Strukturen für nicht mehr beherrschbar. Für Winterkorn selbst wird ein erfolgreicher Umbau nach der Auseinandersetzung mit Piech zur Bewährungsprobe als Konzernchef. Ziel: VW soll effizienter und schneller werden.

Als Fingerzeig auf die künftige Richtung gilt die Gründung der Truck-Holding, die Ex-Daimler-Manager Andreas Renschler zum Einstieg Anfang des Jahres im Gepäch hatte. Entsprechend gehen die meisten Spekulationen in die Richtung, dass VW dezentralisieren wird und die Pkw-Marken in Gruppen aufgliedert. So könnte ein Schwerpunkt im Bereich der Volumenmarken mit VW, Seat und Skoda liegen, dazu könnte eine Gruppe mit den Luxusmarken Porsche, Bentley, Lamborghini und Bugatti gebildet werden. Außen vor scheint Audi.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Konzernkreise meldet stünde durch den Umbau auch ein Stühlerücken im Top-Management bevor. Gefährdet sei die Position von Vertriebnschef Christian Klingler. Durch die Verlagerung der Verkaufsverantwortung auf die Ländergesellschaften und die Bildung neuer Markengruppen werde dessen Position möglicherweise überflüssig. Auch ist die Verkaufsperformance unter Klingler nicht eben berauschend. So verzeichnete die Kernmarke VW im Mai den achten Monat in Folge mit schwächeren Absatzzahlen als im jeweiligen Vorjahresmonat. Ebenso werde Klingler die anhaltend schwache Performance in Nordamerika angelastet.

Schlüsselfigur Diess

Eine Schlüsselrolle in der Neusortierung des Managements spielt Herbert Diess. Der Ex-BMW-Manager übernimmt zum 1. Juli die Markenführung von VW. Diess gilt als harter Sparer und soll die Kernmarke der Wolfsburger bei Produktionsprozessen und Rendite auf Kurs bringen. Das wird kein leichter Job. Schließlich war es die Arbeitnehmerseite, die Winterkorn beim Machtkampf mit Piech stark zur Seite gesprungen war. Ein Umstand, an den der einflussreiche Betriebsratschef Bernd Osterloh sicherlich gerne erinnern wird, wenn die Eingriffe von Diess allzu scharf zu Lasten der VW-Werker in Deutschland gehen.

Dass es nach dem Treffen heute bereits handfeste News gibt, gilt als unwahrscheinlich. Die neuen VW-Strukturen sollen bis Herbst erarbeitet werden.

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Frank Volk