In einem ersten Schritt will der designierte PSA-Chef Tavares offenbar die Modellpalette ausdünnen.

In einem ersten Schritt will der designierte PSA-Chef Tavares offenbar die Modellpalette ausdünnen. - Bild: Peugeot

Laut dem Bericht hat Almunia dem französischen Finanzminister mitgeteilt, dass die EU die Beteiligung Frankreichs an dem notleidendenden Autokonzern nicht als Staatshilfe sondern als eine strategische Betiligung sehe.

Tavares will Modellpalette ausdünnen

Unterdessen hat der designierte PSA-Chef Carlos Tavares bereits erste Einblicke gegeben, wie er den französischen Autobauer wieder auf Kurs bringen möchte. Dabei setzt der als Kostenkiller bekannte Tavares als Sofortmaßnahme offenbar auch scharfe Einsparungen. So will er zwar die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung hoch fahren, gleichzeitig soll aber die Autopalette auf die profitablen Modelle konzentriert werden. Aber nicht nur die Modellpalette steht offenbar auf dem Prüfstand, sondern auch welche Modelle in welchen Ländern angeboten werden. Vor allem in den Emerging Markets müsse die Breite des Angebots dort überdacht werden, wo der Konzern Geld verliere. In dieselbe Richtung gehen Aussagen von Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon, der gegenüber französischen Medien konkret von einer strategischen Neuausrichtung in Lateinamerika und Russland sprach.

Auch der scheidende PSA-Chef Philippe Varin hat sich zu nochmal zu Wort gemeldet. Mit Blick auf den Einstieg von Dongfeng sagte er gegenüber der FAZ: “Wir haben vor, die Produktion in unserem Gemeinschaftsunternehmen bis 2020 zu verdreifachen.? Gebaut werde dafür voraussichtlich ein viertes Werk. Außerdem sei der Bau eines Ingenieurszentrums und ein Gemeinschaftsunternehmen für den Export in asiatische Länder geplant.

Mit dem Einstieg von Dongfeng kommt PSA an dringend benötigtes frisches Kapital.Im Zuge einer Kapitalerhöhung um drei Milliarden Euro soll Dongfeng für 800 Millionen Euro einen 14-Prozent-Anteil an PSA übernehmen. Gleichzeitig steigt der französische Staat im selben Umfang ein, um zu verhindern, dass die Chinesen die Kontrolle über das französische Traditionsunternehmen erlangen. Im vergangenen Jahr verbuchte PSA nach am Mittwoch veröffentlichten Zahlen einen Verlust in Höhe von 2,3 Milliarden Euro. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent auf 54,1 Milliarden Euro.

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dpa /Frank Volk