Joaquin Almunia breit

Joaquín Almunia: "Wir vermuten Kartelle bei fast allen Teilen, die man für ein Auto braucht. Das ist unglaublich." - Bild: EU

“Wir vermuten Kartelle bei fast allen Teilen, die man für ein Auto braucht. Das ist unglaublich”, sagte Almunia dem Hamburger Magazin “Stern”. Im Laufe dieses Jahres werde es einige Entscheidungen geben. “Ich bin sehr überrascht über die Autoindustrie.”

Brüssel untersucht die Branche seit längerem. Bereits im vergangenen Sommer hatte die EU-Kommission wegen verbotener Absprachen bei der Lieferung von Kabelbäumen ein Bußgeld von insgesamt 141,8 Millionen Euro verhängt. Den Löwenanteil musste der japanische Konzern Yazaki mit 125,3 Millionen Euro berappen, auf den deutschen Zulieferer Leoni entfiel ein vergleichsweise geringer Betrag von 1,38 Millionen Euro.

Schaeffler “geht bereits von einem Bußgeld aus”

Wegen des nun drohenden Bußgeldes hat der ebenfalls fränkische Zulieferer Schaeffler bereits massive Rücklagen gebildet. Seit Ende 2011 untersucht die Europäische Kommission das Geschäftsgebaren der Gruppe sowie mehrerer anderer Wälzlagerhersteller. Für 2014 erwartet Schaeffler eine Entscheidung und “geht aus heutiger Sicht davon aus, dass es zu einem Bußgeld kommen wird”, wie es kurz vor Weihnachten in einer Mitteilung hieß. Entsprechend habe Schaeffler im vierten Quartal 2013 “bilanzielle Vorsorge in Höhe von rund 380 Millionen Euro” getroffen.

Der Hannoveraner Zulieferer Continental sieht dazu keinen Anlass. “Die Einhaltung von Compliance-Richtlinien hat bei Continental hohen Stellenwert”, betonte ein Unternehmenssprecher.

Europäisches Recht verbietet es Unternehmen, zum Schaden von Konkurrenten und Verbrauchern miteinander zu kooperieren. Bei Verstößen kann die EU-Kommission Strafgelder von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes verhängen.

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dpa/Guido Kruschke