Auspuff Porsche

Neuwagen dürfen bis zum Jahr 2025 im Durchschnitt zunächst 15 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen, bis 2030 dann 30 Prozent weniger als 2021. Bild: Pixabay

| von Andreas Karius

Wesentliche Punkte waren bereits vorab bekannt geworden. So sollen Neuwagen bis zum Jahr 2025 im Durchschnitt zunächst 15 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen, bis 2030 dann 30 Prozent weniger. Sonst drohen den Autobauern deftige Strafen. Darüber hinaus will die Kommission bis 2030 möglichst 30 Prozent Neuwagen mit Elektro- oder anderen alternativen Antrieben auf die Straße bringen.

Die ursprünglich geplante feste Quote für Elektroautos ist anscheinend vom Tisch. Mit den Vorgaben liegt die Kommissionsposition näher an der Forderung der Autoindustrie als etwa jener der Grünen. Nach deren Ansicht wäre eine Senkung um 60 Prozent nötig, damit die EU ihre selbstgesetzten Klimaschutzziele erreichen kann. Diese sehen vor, bis 2030 die gesamten Treibhausgasemissionen um 40 Prozent im Verhältnis zu 1990 zu senken. "Die Regulierung sollte stimulieren, nicht strangulieren", sagte dagegen VDA-Präsident Matthias Wissmann dem Handelsblatt.

Derzeit reichen die Regeln bis 2021. Dann dürfen alle Modelle eines Herstellers im Mittel nur 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Die neuen Zielvorgaben bauen darauf auf und gelten für die Jahre 2022 bis 2030. Künftig werden die Ziele aber nur noch in prozentualen Minderungsvorgaben ausgedrückt.

(Update 16:55)

Die Autoindustrie kritisiert den Vorschlag der EU-Kommission für schärfere Kohlendioxid-Grenzwerte schon im Jahr 2025. Dies lasse nicht genug Zeit für technische Änderungen, monierte der Herstellerverband ACEA am Mittwoch. Zudem sei das für 2030 anvisierte Ziel von 30 Prozent CO2-Minderung «über die Maßen fordernd». ACEA plädiere für ein Minus von 20 Prozent bis 2030. Schon das sei nur mit hohen, aber noch akzeptablen Kosten zu erreichen.

Der Verband der Automobilindustrie erklärte in Berlin: «Der vorgelegte Entwurf stellt die Automobilindustrie vor extreme Herausforderungen. Ob diese vorgeschlagenen CO2-Zielwerte zu erreichen sind, ist aus heutiger Sicht mehr als fraglich und hängt maßgeblich davon ab, wie schnell alternative Antriebe in den kommenden Jahren von den Kunden angenommen werden und wie schnell die öffentliche Infrastruktur aufgebaut wird.»

Dagegen kritisierten die Grünen den EU-Vorschlag als völlig unzureichend. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sprach am Mittwoch von einem "sehr dünnen" Konzept. "Die EU-Kommission riskiert damit auch den Automobilstandort Europa", sagte Hofreiter. Viele Länder seien bereits weiter in Richtung emissionsfreie oder emissionsarme Mobilität. Die Autoindustrie und ihre Lobby hätten in Brüssel ganze Arbeit geleistet.