Europa: Pkw-Neuzulassungen 2010 rund fünf Prozent niedriger 1

Die BRIC-Staaten und der US-Markt als maßgebliche Treiber sorgten laut VDA-Angaben 2010 für einen zwölfprozentigen Anstieg des Weltautomarktes auf fast 62 Millionen Pkw. Im vergangenen Jahr verkauften hingegen die Autohäuser in den 27 Staaten der Europäischen Union sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz mit 13,8 Millionen neue Pkw knapp fünf Prozent weniger als 2009, wie der Verband der Europäischen Autohersteller (ACEA) mitteilte. Allerdings hatten staatliche Förderungen in europa 2009 für einen europaweiten Ansturm auf die Autohäuser gesorgt. Nachdem Abwrackprämien in vielen Ländern Europas zu Jahresbeginn 2010 einen Einbruch der Autoverkäufe verhindert hatten, setzte nach ihrem Auslaufen im Sommer der Katzenjammer ein. Nach einer kräftigen Delle im Herbst schwand die Zurückhaltung jedoch zum Jahresende: Im Dezember meldeten die Zulassungsstellen laut ACEA europaweit mit 1,048 Millionen Einheiten nur noch ein Minus von 2,7 Prozent, EU-weit mit 1,010 Millionen ein Minus von 3,2 Prozent.

Pkw-Neuzulassungen 2010 rund fünf Prozent niedriger

Im Gesamtjahr 2010 fielen die Pkw-Neuzulassungen in den 27 Staaten der EU um 5,5 Prozent auf 13,361 Millionen Autos, in der EU zusammen mit den Efta-Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz) um minus 4,9 Prozent auf 13,786 Millionen Pkw.

Pkw-Neuzulassungen in der EU, Dezember 2010 und vergangene zwölf Monate:

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Quelle: ACEA, EU 27, ohne Malta und Zypern

Verantwortlich für den Rückgang der Verkaufszahlen im vergangenen Jahr in Europa war unter anderem das Minus auf dem größtem Automarkt Deutschland, wo die Neuzulassungen zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen um 23 Prozent niedriger ausfielen als 2009. Damals hatte die Verschrottungsprämie noch für ein kräftiges Zulassungsplus gesorgt, was die Statistik nun stark verzerrt.

In Italien führte das Ende des Staatszuschusses im vergangenen Jahr laut dem Verband zu neun Prozent weniger Autoverkäufen. In Frankreich betrug das Minus demnach zwei Prozent, während in Großbritannien zwei Prozent mehr Autos verkauft worden seien, in Spanien drei Prozent mehr.

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Der Einbruch traf fast alle Massenhersteller: Volkswagen brachte 2010 den Angaben zufolge vier Prozent weniger Golf, Audi, Seat und Co an die Kunden. Opel und die Schwestermarke Vauxhall büßten knapp sechs Prozent ein. Bei Toyota hielten sich die Kunden nach der Qualitätsdebatte weiter zurück – minus 16 Prozent. Die französische PSA hat zwei Prozent weniger Peugeot und Citroën verkauft. Ford büßte demnach 13 Prozent ein, Fiat 17 Prozent, Honda 23 Prozent und der VW-Partner Suzuki 22 Prozent.

Dem Abwärtstrend haben sich neben Renault vor allem die Premiumhersteller entziehen können. BMW verkaufte nach ACEA-Angaben sechs Prozent mehr BMW und Mini. Auch Audi konnte in Europa zulegen. Nur Daimler verkaufte europaweit zwei Prozent weniger Mercedes-Benz und Smart. Zu den Ausnahmen hat aber auch Nissan mit einem Zehntel und Mitsubishi mit neun Prozent mehr verkauften Autos gehört.

Die Verkäufe der Hersteller im und bis Ende Dezember 2010 im Überblick:

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Quelle: ACEA

Während die Kunden in Europa nur zaghaft in die Autohäuser zurückkehrten, lief es anderenorts erfreulicher.  In Russland und China beispielsweise stiegen die Verkäufe um jeweils rund ein Drittel. Weltweit wurden nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) in Berlin knapp 62, genau 61,7 Millionen Pkw verkauft – ein Plus von zwölf Prozent.

In Russland hat die im März eingeführte Abwrackprämie die Verkäufe um 30 Prozent auf gut 1,9 Millionen Autos steigen lassen, wie der Verband erklärte. Dennoch habe der russische Markt noch nicht wieder zu alter Stärke zurückgefunden. Im Jahr 2009 waren die Verkäufe in Russland um die Hälfte eingebrochen.

In China zogen die Pkw-Verkaufszahlen etwas mehr als ein Drittel (plus 34 Prozent) auf fast 11,3 Millionen Neuwagen an, wie der VDA erklärte. Viele Kunden schlugen beim Autokauf noch schnell zu, bevor der staatliche Zuschuss und der Steuervorteil auslaufen. Damit hat sich der Absatz in der Volksrepublik laut VDA-Angaben in den vergangenen zwei Jahren fast verdoppelt. In Indien hat sich der Wachstumskurs mit einem Plus von knapp einem Drittel auf 2,4 Millionen Autos fast ungebremst fortgesetzt. In Japan sorgte das Ende der staatlichen Unterstützung zum Jahresausklang für Einbußen. Im Gesamtjahr wurden jedoch laut VDA mit 4,2 Millionen Autos sieben Prozent mehr zugelassen als 2009.

In den USA sind trotz des gebremsten Wirtschaftsaufschwungs elf Prozent mehr Autos und vor allem Pick-Ups verkauft worden. Trotz einer leichten Delle nach dem Auslaufen des staatlichen Konjunkturprogramms zogen die Geschäfte in Brasilien in den vergangenen zwölf Monaten um elf Prozent auf 3,3 Millionen Light Vehicles an.

gw/mit Material von ACEA, VDA und Dow Jones Newswires