BMW Zentrale München

Im größten Einzelmarkt China konnte das Wachstum des Oberklasseherstellers BMW unterdessen nicht mehr mit den exorbitanten Raten des Vorjahres mithalten. - Bild: BMW Group

Auf dem Heimatkontinent führt die seit 18 Monaten schrumpfende Nachfrage zu mehr Wettbewerb um die verbliebenen Neukunden und sorgt damit fast automatisch für niedrigere Preise und weniger Gewinn je Auto.

Während der Gesamtmarkt in der EU um zehn Prozent schrumpfte, setzte BMW allerdings europaweit im ersten Quartal immerhin drei Prozent mehr Wagen ab als vor einem Jahr. Im größten Einzelmarkt China konnte das Wachstum unterdessen nicht mehr mit den exorbitanten Raten des Vorjahres mithalten. Nach fast 40 Prozent Plus im Gesamtjahr 2012 wuchs das Geschäft der Münchner zwischen Januar und März im Jahresvergleich nur noch um knapp acht Prozent. Am 2. Mai will BMW seine Bilanz für die ersten drei Monate vorlegen.

Analysten gehen von schrumpfenden Ergebnis aus

Aus Sicht von Baader-Bank-Analyst Klaus Breitenbach belastet außerdem der veränderte Produktionsmix in China den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit): Nach seiner Schätzung – die etwa die UBS grundsätzlich teilt – wurden dort im ersten Quartal deutlich mehr lokal produzierte als importierte BMW verkauft. Die werden aber über das Joint Venture mit dem chinesischen Partner Brilliance abgerechnet und deswegen im Finanzergebnis statt im Ebit verbucht, wo die importierten Autos landen. Deswegen, schätzt Breitenbach, dürfte alleine der Ebit-Beitrag aus China von rund 450 Millionen Euro vor einem Jahr auf etwa ein Drittel dieser Summe geschrumpft sein. Das würde entsprechend auf die Umsatzrendite drücken.

Zumal die von der Nachrichtenagentur Bloomberg bis Montag befragten Analysten im Schnitt von einem leichten Umsatzanstieg auf 18,7 Milliarden Euro ausgehen (plus zwei Prozent). Der Gewinn vor Zinsen und Steuern dürfte dagegen um knapp 14 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro geschrumpft sein. Damit käme BMW konzernweit auf eine Ebit-Marge von 9,8 Prozent. In der Autosparte strebt der Vorstand einen Wert von acht bis zehn Prozent an. Unter dem Strich rechnen die Analysten mit einem Gewinn zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro. Das wären rund 15 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Auch berklasse-Konkurrenz lässt Federn

Konkurrent Audi musste im ersten Quartal nach Zahlen aus dem Geschäftsbericht des Mutterkonzerns Volkswagen sogar Rückgänge bei Gewinn und Umsatz einräumen. Daimler kam in seiner Pkw-Sparte im ersten Quartal nur auf eine Rendite von 3,3 Prozent und musste sein Gewinnziel für das laufende Jahr kassieren.

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dpa/Guido Kruschke