In der Luft hängt die Marke Qoros in China. Die Verkaufszahlen hängen weit, weit hinter den

In der Luft hängt die Marke Qoros in China. Die Verkaufszahlen hängen weit, weit hinter den Erwartungen zurück. Jetzt soll es ein neuer Chef richten. Bild: Qoros

In der Wahl des China-Kenners setzt Qoros-Geldgeber Chery auf eine quasi hasuinterne Lösung: Nach seinen 16 Jahren an der Spitze von GM China, wechselte Murtaugh 2011 an die Spitze von Coda Automotive, einem chinesischen Startup zur Entwicklung von Elektroautos. Geldgeber hinter Coda: ein Joint-Venture mit den Partnern Chery und der israelischen Quantum Corporation.

Für den erfahrene China-Mann Murtaugh wartet bei Qoros eine große Herausforderung. Trotz der Auszeichung als erste China-Marke mit Fünf-Sterne-Rating, einer jungen Palette aus inzwischen drei Modellen und einem auf die Bedürfnisse junger Chinesen zugeschnittenem Infotainment-System bleibt die mit viel deutschem Know-How aufs Gleis gebrachte Marke weit hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück.

Zwar hatten die Macher um Ex-VW-Manager Volker Steinwascher, der als zweiter Mann weiter an Bord ist, immer betont, dass man auch im ersten Verkaufsjahr die Priorität auf die Qualität in der Produktion und die Entwicklung der Mitarbeiter legen werde. Insgeheim hatte man aber schon mit dem Verkauf von bis zu 50.000 Autos gerechnet. Wie groß die Ambitionen sind, untermauert die hochmoderne Fertigung in Changshu. Das Werk ist auf 150.000 Einheiten ausgelegt, kann bis auf 300.000 Fahrzeuge jährlich verdoppelt werden. Da nehmen sich die 7.000 Autos, die im ersten Jahr 2014 verkauft worden sein sollen, desaströs aus.

Offensichtlich unterschätzt hat man das Fehlen eines entwickelten Vertriebsnetzes in China. Richten soll es nun Murtaugh, der mit sofortiger Wirkung die Führung der Marke übernommen hat. Zum Auftakt gab er sich optimistisch: Eine großartige Herausforderung sei es, eine Marke mit so großem Potenzial leiten zu können.

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Frank Volk