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Neumann, der unter anderem mit Stefan Krause, EX-Finanzvorstand bei BMW, in Kalifornien ein Auto-Startup betreibt, geht davon aus, dass Elektroautos nicht mehr mit den bisher in der Branche üblichen Margen produziert werden können. Bild: BMW

Der ehemalige Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hat die deutschen Autobauer für ihre Elektroauto-Strategie scharf kritisiert. "Alle wollen Elektromobilität, aber sie wollen auch, dass alles so bleibt, wie es ist", sagte Neumann dem Wirtschaftsmagazin Capital (Ausgabe 1/2019). "Es muss sich aber alles ändern, damit es elektrisch werden kann, und diesen Gedanken haben die Traditionellen nicht."

Neumann, der gemeinsam mit anderen deutschen Automanagern in Kalifornien das Auto-Startup Evelozcity betreibt, geht davon aus, dass Elektroautos nicht mehr mit den bisher in der Branche üblichen Margen produziert werden können. Der Grund: große Konkurrenz und hohe Kosten für die Batterie. Deshalb müssten Vertrieb und Produktion komplett umgestellt werden. "Das ist ein völlig anderes Denken", sagte er. "Und es bedeutet Zerstörung für alles, was die Hersteller derzeit tun."

Auch Neumanns Geschäftspartner Stefan Krause, einst Finanzvorstand bei BMW, glaubt nicht, dass die deutsche Autoindustrie genügend Innovationskraft für den Wandel aufbringt. "Wenn Tesla eine Tochtergesellschaft von BMW gewesen wäre, und die hätten 14 Jahre lang so viel Cash verbrannt, dann wäre doch schon dreimal der gesamte BMW-Vorstand rausgeworfen worden", sagte er. "Und die Shareholder hätten das Projekt gestoppt."