Chinesische Flagge

Mit den Ermittlungen gegen die Top-Manager des größten chinesischen Autobauers und Gemeinschaftsunternehmens mit VW hat der laufende Kampf gegen Korruption auch hohe Etagen des Marktführers in China erreicht. Bild: Stripped Pixel – Fotolia.com

Wie andere ausländische Autobauer steht der Volkswagen-Konzern in China ohnehin durch Vorwürfe wegen Preisabsprachen unter Druck. Ob ein Zusammenhang zwischen den laufenden kartellrechtlichen Untersuchungen im Ersatzteilgeschäft der VW-Tochter Audi und dem Korruptionsverdacht gegen die FAW-Manager besteht, ist unklar.

Erst am Dienstag waren Ermittlungen gegen den früheren Manager des VW-FAW-Gemeinschaftsunternehmens im nordostchinesischen Changchun, Li Wu, und den Vizechef des Audi-Vertriebs, Zhou Chun, bekanntgegeben worden. Eine VW-Sprecherin sagte nur, dass Volkswagen “in der Angelegenheit” mit den Behörden zusammenarbeite. In China betreibt Europas größer Autobauer außer mit FAW in Changchun auch in Shanghai ein Gemeinschaftsunternehmen mit Shanghai Automotive (SAIC).

Die Ermittlungen leitet die mächtige Disziplinarkommission der Kommunistischen Partei in der Provinz Jilin, die gegen Korruption unter Funktionären vorgeht. Erst nach Abschluss ihrer Untersuchungen werden die Fälle den Justizbehörden übergeben. Oft werden die Verdächtigten monatelang festgehalten. Was genau bei den Verhören passiert, wird weder öffentlich noch rechtlich unabhängig überwacht.

Mit den Ermittlungen gegen die Top-Manager des größten chinesischen Autobauers und Gemeinschaftsunternehmens mit Volkswagen hat der laufende Kampf gegen Korruption durch Staats- und Parteichefs Xi Jinping auch hohe Etagen des Marktführers in China erreicht. Der neue Präsident will gegen “Fliegen” und “Tiger” vorgehen – korrupte Funktionäre auf unterer und hoher Ebene.

Zur gleichen Zeit nehmen Chinas Preiswächter die Praktiken der ausländischen Autokonzerne, ihrer chinesischen Partner sowie Händler und Zulieferer aus Korn. Hersteller sollen ihren Vertragshändlern illegalerweise Mindestpreise diktiert haben. Mit “Knebelverträgen” seien Werkstätten unter Druck gesetzt worden, Ersatzteile nur über den Autokonzern zu beziehen, wobei hohe Margen erreicht worden seien, hieß es. Das wollen die Preiswächter nun eindämmen.

Audi und sein chinesischer Partner FAW kooperieren nach eigenen Angaben in den Ermittlungen. Eine Geldbuße wird erwartet. Laut Wirtschaftszeitung “21st Century Business Herald” soll sich die Strafe auf 250 Millionen Yuan (30 Millionen Euro) belaufen. Japanische Autozulieferer mussten wegen verbotener Preisabsprachen mit 1,24 Milliarden Yuan (151 Millionen Euro) schon die höchste Geldbuße zahlen, die Chinas Wettbewerbshüter bisher verhängt haben.

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gp / Quelle: dpa-AFX