Branchenexperte Thielking: Here-Übernahme sichert deutschen OEM Schlüsseltechnologie. Bild:

Branchenexperte Thielking: Here-Übernahme sichert deutschen OEM Schlüsseltechnologie. Bild: Telenav

Nach Einschätzung von Marcus Thielking, Branchenexperte für Kartenlösungen und Managing Director des Kartenspezialisten Telenav, haben die drei deutschen Premium-OEM mit der gemeinschaftlichen Übernahme des Nokia-Kartendienstes Here für rund 2,5 Milliarden Euro einen entscheidenden Stich im Rennen beim Zukunftsthema “autonomes Fahren” gesetzt. Durch die Übernahme – die freilich noch nicht vollständig über die Bühne ist – kontrollierten die Autobauer nun einen der vier wichtigsten Kartendienste weltweit – neben Google Maps, TomTom und OpenStreetMap. Mindestens ebenso wichtig aus Sicht der OEM: “Die Autohersteller halten sich mit dem Erwerb Google vom Leib. Google hat zwar ebenfalls gute digitale Karten, wird mit seiner Vision vom autonom fahrenden Google-Auto aber als Wettbewerber gesehen.” Was noch freundlich umschrieben ist. Innerhalb der OEM-Szene hatte sich bereits eine Anti-Google-Allianz heraus gebildet, gab und gibt es doch Befürchtungen, der Einfluss des Internet-Riesen werde zu groß. Zudem strittig ist der Umgang mit den von Google im Fahrzeug gesammelten Fahrerdaten.

Allerdings hätten sich die OEM den Kartendienst zu einem hohen Preis gesichert, schränkt Thielking ein und verweist auf die hohen laufenden Ausgaben für die Aktualisierung der Karten.

Eine Alternative, gemeinsam bei Here zuzuschlagen, gab es nach Einschätzung des Experten nicht. Schließlich hätten die deutschen Autobauer ihre ortsgebundenen Dienste seit Jahren beinahe ausschließlich auf Basis von Here-Karten entwickelt: “Einen Verlust dieser Kartenquelle an einen Wettbewerber wollte man unbedingt vermeiden – erst recht, da sich mit dem Fahrtvermittler Uber auch eine direkte Google-Beteiligung im Bieterrennen befand.”

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fv