Der elektrisch angetriebene Einsitzer soll Lust machen auf mehr. Schließlich plant das Start-Up bereits in zwei Jahren ein erstes Serienmodell auf den Markt zu bringen. Wie Faraday Future mitteilte muss es sich dabei nicht zwangsläufig um einen Sportwagen handeln.

Der Innenraum des Concept Cars wirkt wie ein Smartphone auf Rädern. So sieht sich Faraday Future auch nicht als Teil der klassischen Autoindustrie. So gab sich Nick Sampson, Chefentwickler der neuen Marke, bei der Präsentation des FFZERO1 selbstbewusst: “Unser Business-Modell ist nicht bloß, Autos zu verkaufen.” Stattdessen strebe das Unternehmen vernetzte Transportlösungen an. Deswegen nennt Sampson auch keinen Autohersteller als Vorbild, sondern Apple. So wie der iPhone-Hersteller “die Art wie wir kommunizieren und unsere leben organisieren” verändert habe, wolle Faraday Future die Welt der Mobilität neu definieren.

Da hinter dem Start-Up Jia Yueting, Gründer des chinesischen Online-Videodienstes Leshi Television, steht, wundert es nicht, dass alle Modelle von Faraday Future mit Internetanbindung auf den Markt kommen sollen. Passend dazu die Anmerkung von Richard Kim, Chefdesigner der Marke. Er bezeichnete den FFZERO1 als Tablet auf Rädern. Also passend zum bereits bekannten Geschäftsmodell: Faraday Future will mit Abonnements für Internet-Dienste, Apps und Entertainment-Programmen sein Geld verdienen.

Der Fahrer hätte für die Nutzung dieser Dienste genügend Zeit. Schließlich sollen alle Modelle von Faraday Future nicht nur elektrisch unterwegs sein, sondern auch voll automatisiert, wenn der Fahrer es möchte. Dabei dürfte auch das eigentliche Fahren im FFZERO1 Spaß machen. Schließlich soll das Concept Car laut verschiedenen US-Medienberichten über vier Eöeltromotoren verfügen, die gemeinsam 1.000 PS. Die Fahrleistungen der Flunder mit Karbon-Karosserie sind dementsprechend beeindruckend: von null auf 100 km/h in weniger als drei Sekunden und eine Spitzengeschwindigkeit von mehr als 330 km/h.

Offiziell bestätigt ist diese Information allerdings nicht. Die meisten technischen Details sind weiterhin unbekannt. Sampson verriet bei der Präsentation nur, dass der FFZERO1 auf der modularen “Variable Platform Architecture” (siehe Video) aufbaut. Auch die künftigen Serienmodelle sollen diese einmal nutzen. Der Clou: Die Achsenpartien sind dabei immer gleich und bieten Raum für ein bis vier Elektromotoren. Die Bodenplatte dazwischen kann unterschiedlich lang sein. Das heißt, sie kann dementsprechend mehr oder auch weniger Akkus tragen. Die Menge der Batterie-Packs bestimmt also die Länge des Autos, die Front und das Heck des Chassis bleiben gleich und möglichst viele Tests sowie Entwicklungsarbeiten sollen virtuell ablaufen. So spart Faraday Zeit und Geld. Nur die Knautschzonen sollen individuell an das jeweilige Modell angepasst werden.

Des Weiteren erklärte Sampson, dass bereits in wenigen Wochen mit dem Bau des Werks in North Las Vegas begonnen werden soll. Eine Milliarde Dollar investiert das Start-Up dafür und 4.500 neue Arbeitsplätze sollen dadurch entstehen. “Vor genau neun Jahren stellte Apple das erste iPhone und revolutionierte die Welt der Mobiltelefonie. Man braucht keine 100jährige Geschichte im Automobilbau, um Erfolg zu haben”, schmunzelte Sampson. Zumindest ist der Plan, viel einzukaufen und das, was das Auto definiert, selbst zu entwickeln sicher nicht dumm, aber ganz neu, ist er auch nicht. Der britische Sportwagenbauer McLaren agiert schon seit einiger Zeit erfolgreich mit diesem Konzept.

Alle Beiträge zu den Stichwörtern Faraday Future CES

gp