Sitztests bei Faurecia am deutschen Standort Stadthagen. - Bild: Faurecia/Collin Stephane

Sitztests bei Faurecia am deutschen Standort Stadthagen. - Bild: Faurecia/Collin Stephane

Das Nettoergebnis vonstieg auf 202 Millionen Euro Plus, nach einem Minus im Vorjahresgeschäftsjahr von 434 Millionen Euro.

Der Zulieferer, Spezialist in den vier Bereichen Autositze, Technologien zur Emissionskontrolle, Innenraumsysteme und Automotive Exteriors, ereichte zudem einen freien Cashflow von 222 Millionen Euro und konnte seine Nettoverschuldung um 204 Millionen Euro auf 1.197 Millionen Euro reduzieren. Das Unternehmen, das größtenteils zum PSA-Konzern gehört (71,5 Prozent), kündigte die Wiederaufnahme der Dividendenausschüttung an. Aktuell erwirtschaften  75.000 Mitarbeitern in 33 Ländern an 238 Standorten und in 38 F&E-Zentren den Umsatz des Konzerns in Höhe von 13,8 Milliarden Euro.

Im Jahr 2010 erzielte Faurecia einen Betriebsgewinn von 456 Millionen Euro bzw. eine Umsatzrendite von 3,3 Prozent des Gesamtumsatzes. Dies entspricht einer Steigerung von 547 Millionen Euro gegenüber 2009. Im zweiten Halbjahr 2010 lag der Betriebsgewinn bei 239 Millionen Euro bzw. bei 3,4 Prozent des Gesamtumsatzes. Im Vergleich dazu verzeichnete das Unternehmen im zweiten Halbjahr 2009 einen Betriebsgewinn von 1,9 Prozent; im ersten Halbjahr 2010 wurden 3,2 Prozent verbucht. Von den 547 Millionen Euro Betriebsgewinn sind 314 Millionen Euro auf die höheren Umsätze zurückzuführen. 188 Millionen Euro sind das Ergebnis der Verbesserung der industriellen Produktivität. Die neu integrierten Unternehmen (Emcon Technologies und Plastal) trugen 51 Millionen Euro zum Betriebsgewinn des Konzerns bei.

ERGEBNISSE DES GESCHÄFTSJAHRES 2010

In Millionen Euro (EUR) 2010 2009
Produktverkäufe

Veränderung

10.696

+41%

7.590
Andere Einkünfte 3.100 1.702
Gesamtumsatz

Veränderung

13.796

+48%

9.292
Betriebsgewinn

Anteil am Gesamtumsatz in %

456

3,3%

(92)

-1,0%

Nettoergebnis (Konzernanteil) 202 (434)
Netto-Cashflow 222 (168)
Nettofinanzverschuldung 1.197 1.401

Quelle: Unternehmensangaben

Die Produktverkäufe (Lieferung von Bauteilen und Komponenten an die Automobilhersteller) brachten den Franzosen 10.696 Millionen Euro ein, also 41 Prozent mehr als im Vorjahr. Im zweiten Halbjahr 2010 stiegen die Produktverkäufe um 30 Prozent auf 5.341 Millionen Euro an. Der Gesamtumsatz des zweiten Halbjahrs 2010 wies mit 6.970 Millionen Euro ein Plus von 42 Prozent auf.

In Europa wuchsen die Produktverkäufe um 22 Prozent auf 7.043 Millionen Euro. Im zweiten Halbjahr wurde ein Anstieg um 13 Prozent auf 3.425 Millionen Euro verzeichnet. 2010 stellte Europa einen Anteil von 66 Prozent aller Produktverkäufe dar. Im Vorjahr waren es noch 76 Prozent gewesen.

In Nordamerika stiegen die Produktverkäufe stark um 111 Prozent an und beliefen sich schließlich auf 1.945 Millionen Euro. Damit konnten sie sogar den generellen Anstieg von 40 Prozent auf dem Gebiet der Leichtfahrzeuge (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) übertreffen. Im zweiten Halbjahr 2010 konnten die Produktverkäufe hier um 77 Prozent zulegen und beliefen sich somit auf 993 Millionen Euro. Im Jahr 2010 wurden 18 Prozent aller Produkte weltweit in dieser Region verkauft (2009 waren es 12 Prozent).

In Asien wurde ein steiler Anstieg der Produktverkäufe um 80 Prozent verzeichnet, was einen Umsatz in Höhe von 968 Millionen Euro generierte. Im zweiten Halbjahr 2010 konnte Faurecia hier ? trotz der ungünstigen Vergleichsbasis ? einen Zuwachs der Produktverkäufe um 70 Prozent ausweisen und 525 Millionen Euro erwirtschaften. In China wurden 71 Prozent mehr Faurecia-Produkte verkauft. Dies entspricht einem Umsatz von 789 Millionen Euro. Der Anstieg lag somit weit über dem Anstieg der Leichtfahrzeugproduktion (30 Prozent). Im Jahr 2010 wurden neun Prozent aller Faurecia-Produkte in Asien verkauft (2009 waren es sieben Prozent).

In Südamerika konnte Faurecia seine Produktverkäufe mit einem Plus von 98 Prozent nahezu verdoppeln. Der Umsatz betrug hier 557 Millionen Euro und stellte damit fünf Prozent aller Produktverkäufe der Gruppe (2009 waren es vier Prozent). Auf Vergleichsbasis belief sich der Anstieg auf 23 Prozent und lag somit auch in dieser Region weit über den Zuwächsen der Leichtfahrzeugproduktion (13 Prozent). Im zweiten Halbjahr 2010 stiegen die Produktverkäufe um 34 Prozent bzw. um 18 Prozent auf Vergleichsbasis auf 304 Millionen Euro an.

Nettoergebnis: 202 Millionen Euro

Die Restrukturierungskosten beliefen sich auf 117 Millionen Euro (gegenüber 130 Millionen Euro im Jahr 2009). Davon wurden 59 Millionen Euro im zweiten Halbjahr 2010 verbucht. Die meisten Restrukturierungskosten fielen in der Endphase des industriellen Rationalisierungsplans in Europa sowie bei der Einbindung von Emcon Technologies an. Das konsolidierte Nettoergebnis (Konzernanteil) belief sich auf 202 Millionen Euro. Im Jahr 2009 war noch ein Verlust von 434 Millionen Euro verzeichnet worden. In der zweiten Jahreshälfte betrug das konsolidierte Nettoergebnis 100 Millionen Euro.

Mit einem begrenzten Investitionsaufwand in Höhe von 278 Millionen Euro (zwei Prozent des Gesamtumsatzes) und mit aktivierten FuE-Aufwendungen, die sich auf 154 Millionen Euro beliefen, konnte Faurecia einen Netto-Cashflow von 222 Millionen Euro generieren (im Jahr 2009 war hier ein Minus von 168 Millionen Euro verzeichnet worden). Im zweiten Halbjahr wurde ein Netto-Cashflow von 85 Millionen Euro generiert. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Wert bei null. Die Nettofinanzverschuldung lag Ende Dezember 2010 bei 1.197 Millionen Euro, das sind 204 Millionen weniger als im Vorjahr (mit 1.401 Millionen Euro).

Da Faurecia nun wieder nach eigenen Angaben auf solider Basis schwarze Zahlen schreibt, hat der Vorstand des Konzerns beschlossen, bei der nächsten Hauptversammlung der Aktionäre im Mai 2011 eine Dividendenausschüttung in Höhe von 0,25 Euro je Aktie vorzuschlagen.

DIE ZIELE UND PRIORITÄTEN DES FAURECIA-KONZERNS 2011

Faurecia setzt nach eigenen Angaben für die Zukunft auf eine Sechs-Säulen-Strategie:

1.     Konzentration auf die vier Kerngeschäftsbereiche;

2.     Kontinuierliche Verbesserung der operativen Leistung;

3.     Unterstützung weltweit agierender Automobilhersteller und globaler Programme;

4.     Ausbau der Technologieführerschaft;

5.     Beschleunigung der Entwicklung in Asien;

6.     Berücksichtigung von Konsolidierungsmöglichkeiten.

Quelle: Unternehmensangaben

Konzern-Prognose:

Faurecia rechnet 2011 mit einem Wachstum der Leichtfahrzeugproduktion zwischen 6,5 und 7,0 Prozent. In Europa wird ein Anstieg von etwa 3,0 bis 4,0 Prozent erwartet. Die Konzern-Ziele für 2011 lauten wie folgt: Erzielung eines Gesamtumsatzes zwischen 14,8 Milliarden Euro und 15,3 Milliarden Euro; Erzielung eines Betriebsgewinns zwischen 580 Millionen Euro und 640 Millionen Euro; Erwirtschaftung eines Netto-Cashflows von mehr als 200 Millionen Euro.