Faurecia Headquarters

Der französische Automobilzulieferer Faurecia muß in Europa einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen.

Der Rückgang beruht vor allem auf der in Europa stark rückläufige Automobilproduktion. In Nordamerika konnte das starke Umsatzwachstum wegen der außerordentlichen Aufwendungen für die Einführung neuer Programme nicht im gewünschten Maße in Betriebsgewinn umgewandelt werden. In Asien blieb die Gewinnspanne hoch. Der Gesamtumsatz stieg um 7,3 Prozent auf 17,36 Milliarden Euro. Die Lieferung von Bauteilen und Komponenten an die Automobilhersteller erbrachten 13,30 Milliarden Euro (+ 7,3 Prozent).

Nordamerika und Asien sorgen weiter für Umsatzwachstum

2012 wurden neue Aufträge im Wert von 17,8 Milliarden Euro unterzeichnet, 53 Prozent davon außerhalb Europas). Dadurch erhöhte sich der Auftragsbestand auf einen Wert von 38,8 Milliarden Euro (Produktverkäufe für die gesamte Dauer der Verträge), was den Produktverkäufen von fast drei Jahren entspricht.

Außerhalb Europas stieg der Umsatz um 30 Prozent und lag damit weit höher als die Automobilproduktion in allen Regionen. 27 Prozent des Umsatzes entfielen auf Nordamerika, auf Asien zehn Prozent und auf Südamerika fünf Prozent. 39 Prozent der Verkäufe gingen an deutsche Kunden, 28 Prozent an nordamerikanische, 21 Prozent an französische und sieben Prozent an asiatische Kunden. In Europa wurden im Geschäftsjahr Produkte im Wert von 7,41 Milliarden Euro (- sechs Prozent). Im zweiten Halbjahr sanken die Produktverkäufe wegen der weiterhin rückläufigen Automobilproduktion um sieben Prozent auf 3,42 Milliarden Euro.

Europa-Krise mit negativen Folgen für die Auftragsvergabe

Das stärkste Wachstum verbuchten die Geschäftsbereiche Innenraumsysteme und Technologien zur Emissionskontrolle. Im Geschäftsbereich Technologien zur Emissionskontrolle wurde ein besonders starkes Wachstum in Asien und in der Nutzfahrzeugaktivität erreicht. Die Entwicklung der Bereiche Autositze und Automotive Exteriors wurde hingegen durch den Rückgang der Automobilproduktion in Europa am meisten in Mitleidenschaft gezogen.

Im Geschäftsbereich Autositze wurden Produkte im Wert von 4,9 Milliarden Euro verkauft, gegenüber 4,8 Milliarden Euro in 2011, was einem Zuwachs von 3 Prozent entspricht. Im zweiten Halbjahr stiegen die Verkaufszahlen um einen Prozent. Der Bereich Innenraumsysteme stieg um 17 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Im Geschäftsfeld Technologien zur Emissionskontrolle wurden mit Produktverkäufen 3,2 Milliarden Euro (+ zehn Prozent), während der Produktverkauf im Bereich Automotive Exteriors um drei Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zurückging.

Ende Dezember 2012 betrug die Nettofinanzverschuldung des Konzerns 1,8 Milliarden Euro im Vergleich zu 1,5 Milliarden Euro Ende Juni 2012. Dieser Anstieg ist hauptsächlich die Folge des starken Rückgangs der Automobilproduktion in Europa. Dies gilt insbesondere für die beiden letzten Monate des Jahres und hat zu einer Erhöhung der Lagerbestände und zu einem Rückgang der Abtretungen von Kundenforderungen geführt.

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ampnet/jri/Guido Kruschke